Auf einen Blick

Pressemitteilung

153/2015/54/K
München, den 10. Juni 2015

4 675 vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder in Bayern

Der mit Abstand häufigste Anlass waren 1 986 Kinder und Jugendliche, die unbegleitet aus dem Ausland einreisten

 
Im Jahr 2014 wurden in Bayern insgesamt 4 675 vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche ergriffen – in mehr als 60 Prozent der Fälle waren männliche Minderjährige betroffen. Laut Bayerischem Landesamt für Statistik war 2014 der häufigste Anlass die unbegleitete Einreise aus dem Ausland mit 1 986 Fällen.

 
Als Schutzmaßnahme bezeichnet man die vorläufige Aufnahme und Unterbringung von Minderjährigen in einer Notsituation durch das Jugendamt. Es sind Maßnahmen zur schnellen Intervention zugunsten des Minderjährigen, sie dienen als Klärungshilfe für Betroffene in Krisensituationen sowie dem unmittelbaren Schutz der Minderjährigen.

 
Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, wurden im Jahr 2014 insgesamt 4 675 Minderjährige in Schutz genommen, was gegenüber dem Vorjahr (2 841) einem Plus von fast 65 Prozent entspricht. Betroffen waren 2 904 Jungen (62 Prozent) und 1 771 Mädchen (38 Prozent).

 
Auffällig ist die hohe Zahl von Schutzmaßnahmen für 1 986 unbegleitete Minderjährigen aus dem Ausland – im Vorjahr waren es 349 Minderjährige, was einem Plus von rund 470 Prozent entspricht. Hiervon waren 1 741 männliche Kinder und Jugendliche (88 Prozent) und 245 weibliche (12 Prozent).

 
Zweithäufigster Anlass (968 Fälle) war die Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils. Hier war gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 10 Prozent zu verzeichnen.

 

Schutzmaßnahmen in Bayern 2014

Schutzmaßnahmen
---
Anlass

Insgesamt

davon

männlich

weiblich

Schutzmaßnahmen

4 675

2 904

1 771

 

darunter nach Anlass1)

Überforderung der Eltern/ eines Elternteils

 968

 438

 530

Vernachlässigung

 534

 248

 286

Anzeichen für Misshandlung

 273

 95

 178

unbegleitete Einreise aus dem Ausland

1 986

1 741

 245

Beziehungsprobleme

 532

 191

 341

_________

1) Es können für jeden Minderjährigen bis zu zwei Anlässe der Maßnahme angegeben werden.





2 976 (64 Prozent) der Kinder und Jugendlichen wurden während der Schutzmaßnahme in einer Einrichtung untergebracht, 1 041 (22 Prozent) bei einer geeigneten Person und 658 (14 Prozent) lebten in einer betreuten Wohnform.

 
Von den 4 675 Schutzmaßnahmen erfolgten 583 auf eigenen Wunsch des/der Minderjährigen und 4 092 aufgrund einer Gefährdung.








Hinweis: Keine regionalisierten Zahlen.


Dreieck weiterführender LinkPDF der Pressemitteilung




Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.