Auf einen Blick

Pressemitteilung

172/2015/55/A
München, den 24. Juni 2015

Zum Anti-Drogentag am 26. Juni

Rund 84 Prozent der Krankenhausbehandlungen wegen psychischer Störungen und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen wurden durch legale Drogen verursacht

 
Im Jahr 2013 führten Ärzte bayerischer Krankenhäuser 66 941 vollstationäre Behandlungen von Patienten mit psychischen Störungen und Verhaltensstörungen verursacht durch psychotrope Substanzen durch. Das waren 2,3 Prozent mehr Fälle als 2012. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, waren in 83,5 Prozent der Fälle die Patienten aufgrund des Konsums von legalen Drogen in stationärer Behandlung.

 
Anlässlich des Anti-Drogentages am 26. Juni teilt das Bayerische Landesamt für Statistik mit, dass im Jahr 2013 in den bayerischen Krankenhäusern 66 941 vollstationäre Behandlungen von Patienten durchgeführt wurden, die als Hauptdiagnose psychische Störungen und Verhaltensstörungen aufgrund psychotroper Substanzen zeigten.

 
Zu den psychotropen Substanzen zählen Drogen wie z.B. Tabak, Alkohol, Opium, Cannabis, Kokain, Tabletten und flüchtige Lösungsmittel. Dies waren rund 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr (2012: 65 439) und 10,3 Prozent mehr als dreizehn Jahre zuvor (2000: 60 680).

 
In 55 900 Fällen war der Konsum von legalen Drogen wie Alkohol, Tabak, pharmazeutischen oder chemischen Produkten verantwortlich für die Störung. Dies entsprach nahezu 84 Prozent aller Behandlungsfälle wegen psychischer Störungen und Verhaltensstörungen aufgrund psychotroper Substanzen. Illegale Drogen wie Heroin, Kokain, Opium und Cannabis waren dagegen „nur“ in 11 041 Fällen verantwortlich für einen stationären Krankenhausaufenthalt.

 
Bei mehr als zwei Dritteln (68,9 Prozent) aller aufgrund des Konsums legaler Drogen erfolgten Krankenhausbehandlungen waren die Patienten männlich. Mit Blick auf das Alter der Pateinten mit der Hauptdiagnose Konsum von legalen Drogen zeigt sich, dass in nahezu einem Viertel der Fälle die Patienten jünger als 30 Jahre waren.

 
Dabei ist auffallend, dass die Fallzahl in der Altersgruppe der 15- unter 20-Jährigen sprunghaft ansteigt gegenüber der Altersgruppe der 15 Jahre oder Jüngeren. Bei der Altersklasse der 20 bis unter 40-Jährigen ist hingegen ein geringes Absinken der Zahl der Behandlungsfälle festzustellen. Bei den Altersgruppen der 40 bis unter 60-Jährigen zeigt sich ein höherer Behandlungsbedarf aufgrund des Genusses legaler Drogen.

 
Bei den Krankenhausbehandlungen aufgrund des Konsums illegaler Drogen waren fast drei Viertel aller Patienten männlich. In rund 44 Prozent der Fälle waren die Patienten noch keine 30 Jahre alt. Ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen ist in der Altersgruppe der 20 bis unter 25-Jährigen zu verzeichnen.


Behandlungen von Patienten mit psychischen und Verhaltensstörungen

aufgrund psychotroper Substanzen in bayerischen Krankenhäusern 2013

Vollstationäre Behandlungsfälle  (nur Hauptdiagnosen)

 

 

 

 

Altersgruppe

Behandlungsfälle

davon Fälle aufgrund

legaler Drogen

illegaler Drogen

insgesamt

darunter von männl. Patienten

zusammen

darunter von
männl.
Patienten

zusammen

darunter von
männl.
Patienten

 

 

 

unter  15                     

 742

 333

 694

 301

 48

 32

15 bis unter 20              

5 774

3 681

4 959

3 089

 815

 592

20 bis unter 25              

5 514

3 878

3 831

2 635

1 683

1 243

25 bis unter 30              

5 968

4 343

3 702

2 653

2 266

1 690

30 bis unter 35              

6 597

4 850

4 216

3 033

2 381

1 817

35 bis unter 40              

5 885

4 404

4 395

3 229

1 490

1 175

40 bis unter 45              

7 059

5 031

6 089

4 344

 970

 687

45 bis unter 50              

8 601

6 027

7 971

5 566

 630

 461

50 bis unter 55              

7 777

5 395

7 444

5 178

 333

 217

55 bis unter 60              

5 430

3 808

5 244

3 684

 186

 124

60 bis unter 65              

3 375

2 315

3 290

2 276

 85

 39

65 bis unter 70              

1 875

1 233

1 826

1 206

 49

 27

70 bis unter 75              

1 312

 769

1 275

 755

 37

 14

75 bis unter 80              

 680

 380

 649

 369

 31

 11

80 bis unter 85              

 225

 132

 206

 125

 19

 7

85 bis unter 90               

 99

 48

 86

 44

 13

 4

90 bis unter 95              

 25

 9

 22

 8

 3

 1

95 und mehr                  

 3

-

 1

-

 2

-

 

 

 

 

 

insgesamt                    

66 941

46 636

55 900

38 495

11 041

8 141




  • 2013: Landkreise
    Behandlungen von Patienten aufgrund psychotroper Substanzen
  • 2012: Landkreise
    Behandlungen von Patienten aufgrund psychotroper Substanzen
  • Statistische Berichte





Weitere Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Krankenhausstatistik – Grunddaten, Diagnosen und Kostennachweis 2013“. Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Weitere Informationen zum Bezug von Druckausgaben erhalten Sie beim Vertrieb per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Telefon (089 2119-3205) oder Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457).



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