Auf einen Blick


Pressemitteilung

183/2015/54/K
München, den 03. Juli 2015

Mehr als 15 000 Gefährdungseinschätzungen für Kinder und Jugendliche in Bayern im Jahr 2014

In mehr als einem Drittel der Fälle wurde eine Kindeswohlgefährdung festgestellt

 
Die Bayerischen Jugendämter meldeten im Jahr 2014 insgesamt 15 122 Gefährdungseinschätzungen, das heißt Fälle, in denen geprüft wurde, ob das Wohl von Kindern bzw. Jugendlichen in Gefahr war. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik lag in 2 619 Fällen eine akute und in 3 007 eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Bei 5 156 Gefährdungseinschätzungen wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt, jedoch Hilfebedarf und in 4 340 Fällen wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch weiterer Hilfebe-darf ermittelt.

 
Grundlage der Statistik zur Kindeswohlgefährdung ist das Bundeskinderschutzgesetz, welches zum 1. Januar 2012 in Kraft getreten ist. Kindeswohlgefährdung liegt dann vor, wenn das körperliche, geistige und seelische Wohl eines Kindes durch das Tun oder Unterlassen der Eltern oder Dritter gravierende Beeinträchtigungen erleidet, die dauerhafte oder zeitweilige Schädigungen in der Entwicklung des Kindes zur Folge haben bzw. haben können.

 
Eine Gefährdungseinschätzung nach § 8a Absatz 1 SGB VIII ist vom Jugendamt immer dann abzugeben, wenn dem Jugendamt wichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt werden, es sich daraufhin einen unmittelbaren Eindruck von dem Minderjährigen und seiner persönlichen Umgebung verschafft hat (z.B. durch Hausbesuche oder Einbestellung der Eltern ins Jugendamt) und das Gefährdungsrisiko anschließend im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte eingeschätzt wurde.

 
Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, wurden in Bayern im Jahr 2014 insgesamt 15 122 Fälle (-5 Prozent gegenüber 2013) von Kindeswohlgefährdung gemeldet. Betroffen waren 7 683 Jungen und 7 439 Mädchen.

 
2 619 Gefährdungseinschätzungen (-11 Prozent) ergaben eine akute, 3 007 (-16 Prozent) eine latente Kindeswohlgefährdung. In beiden Fällen, waren die Anzeichen für eine Vernachlässigung und die Anzeichen einer psychischen Misshandlung die beiden häufigsten Gründe einer Kindeswohlgefährdung.

 
Darüber hinaus wurde bei 5 156 (+6 Prozent) Gefährdungseinschätzungen keine Kindeswohlgefährdung festgestellt, aber Hilfebedarf zum Beispiel im Rahmen einer Hilfe der Kinder und Jugendhilfe wie Erziehungsberatung oder eine Schutzmaßnahme.
Bei 4 340(-4 Prozent) wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch ein weiterer Hilfebedarf ermittelt.


Regionalisierte Zahlen:

  • 2014: Landkreise
    Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls



Dreieck weiterführender LinkPDF der Pressemitteilung






Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.