Auf einen Blick


Pressemitteilung

238/2015/52/D
München, den 27. August 2015

Insolvenzverfahren in Bayern im ersten Halbjahr 2015 rückläufig

Spürbarer Rückgang bei den Verbraucherinsolvenzverfahren

 
Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik wurden im ersten Halbjahr 2015 bei den bayerischen Insolvenzgerichten insgesamt 7 166 Insolvenzverfahren beantragt, darunter 1 437 Unternehmens- und 4 067 Verbraucherinsolvenzverfahren. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2014 stieg die Anzahl der beantragten Unternehmensinsolvenzverfahren damit um 3,2 Prozent an, während die der beantragten Verbraucherinsolvenzverfahren hingegen um 10,0 Prozent zurückging. Über zwei Drittel (70,7 Prozent bzw. 1 016 Fälle) der beantragten Unternehmensinsolvenzverfahren wurden eröffnet, während 29,3 Prozent mangels Masse abgewiesen werden mussten. Die Anzahl der eröffneten Unternehmensinsolvenzverfahren erhöhte sich damit um 1,0 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2014. Auf eine beantragte Unternehmensinsolvenz entfielen im Mittel voraussichtliche Gläubigerforderungen in Höhe von 818 064 Euro, was knapp der Hälfte des Werts im ersten Halbjahr 2014 entspricht (1,63 Millionen Euro). Bei den Verbraucherinsolvenzverfahren lag die durchschnittliche Forderungssumme pro beantragtes Verfahren im Berichtszeitraum bei 53 709 Euro, während sie im ersten Halbjahr des Vorjahres 55 792 Euro betragen hatte.
 
Insgesamt 7166 Insolvenzverfahren wurden im ersten Halbjahr 2015 bei den bayerischen Amtsgerichten beantragt, darunter 1 437 Unternehmensinsolvenzen und 4 067 Verbraucherinsolvenzen. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, ging die Anzahl der Insolvenzverfahren insgesamt im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 um 8,2 Prozent zurück. Dies ist vor allem auf die um 10,0 Prozent rückläufigen Verbraucherinsolvenzverfahren zurückzuführen; die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen lag hingegen um 3,2 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. Die restlichen 1 662 Insolvenzverfahren betrafen natürliche Personen als Gesellschafter, ehemals selbstständig Tätige, Nachlässe und Gesamtgut; verglichen mit dem Vorjahreszeitraum zeigte sich auch hier ein Rückgang (-12,1 Prozent).
 
Von den insgesamt 1 437 im Berichtszeitraum beantragten Unternehmensinsolvenzverfahren wurden 70,7 Prozent bzw. 1 016 Verfahren eröffnet; 421 Verfahren bzw. 29,3 Prozent wurden mangels Masse abgewiesen. Pro Insolvenzantrag eines Unternehmens betrugen die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger durchschnittlich 818 064 Euro und lagen damit deutlich unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums (1,63 Millionen Euro). Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags waren bei den Unternehmen, die im ersten Halbjahr des Jahres 2015 Insolvenz beantragt und Angaben zu den Beschäftigten gemacht hatten, 7 087 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt, während im entsprechenden Vorjahreszeitraum mit 13 704 Beschäftigte fast die doppelte Anzahl von einer Unternehmensinsolvenz betroffen waren. Gut die Hälfte der insolventen Unternehmen (51,8 Prozent) war zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags unter acht Jahren alt; knapp ein Viertel (24,1 Prozent) der Unternehmen konnten sich nur bis zu drei Jahre lang im Markt halten, bevor sie Insolvenz beantragen mussten.
 
Von den 4 067 im ersten Halbjahr 2015 beantragten Verbraucherinsolvenzverfahren wurden 98,5 Prozent (bzw. 4 004 Verfahren) eröffnet, in 1,3 Prozent der Fälle wurde ein Schuldenbereinigungsplan angenommen und 0,2 Prozent wurden mangels Masse abgewiesen. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger gegenüber den Verbrauchern, die Insolvenz anmelden mussten, beliefen sich auf insgesamt 218,4 Millionen Euro und lagen damit um 13,4 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Pro beantragtes Verbraucherinsolvenzverfahren betrugen die voraussichtlichen Gläubigerforderungen durchschnittlich 53 709 Euro und lagen damit um 3,7 Prozent unter dem Vergleichswert des ersten Halbjahres 2014.
 

Beantragte Insolvenzverfahren in Bayern im ersten Halbjahr 2015

 

Insolvenzverfahren im ersten Halbjahr 2015

Erstes Halbjahr 2014: Insolvenz-verfahren insgesamt

Veränderung ggü. dem ersten Halbjahr 2014 (in %)

insgesamt

eröffnet

mangels Masse abgewiesen

Schulden-bereinigungsplan angenommen

Insgesamt

7 166

6 494

610

62

7 802

-8,2

Unternehmen

1 437

1 016

421

X

1 392

3,2

Übrige Schuldner

5 729

5 478

189

62

6 410

-10,6

davon

 

 

 

 

 

 

Verbraucher

4 067

4 004

10

53

4 520

-10

natürliche Personen als Gesellschafter

28

26

2

X

28

0

ehemals selbstständig Tätige1)

1 381

1 272

100

9

1 575

-12,3

Nachlässe und Gesamtgut

253

176

77

X

287

-11,8

1) Vereinfachte Verfahren und Regelinsolvenzverfahren.



Regionalisierte Zahlen

  • Insolvenzen auf Landkreisebene
    1. Halbjahr 2015
  • Insolvenzen auf Landkreisebene
    1. Halbjahr 2014
  • PDF der Pressemitteilung

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.