Auf einen Blick

Pressemitteilung

261/2015/34/A
München, den 21. September 2015

11,8 Prozent der Fläche Bayerns dient Siedlungs- und Verkehrszwecken

Zunahme im Jahr 2014 um 0,5 Prozent

 
Ende 2014 wurden mit rund 835 100 Hektar 11,8 Prozent der Fläche Bayerns als Siedlungs- und Verkehrsfläche genutzt. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, bedeutet dies binnen Jahresfrist eine Zunahme um 3 940 Hektar bzw. 0,5 Prozent. Der tägliche Flächenverbrauch im Jahr 2014 lag damit durchschnittlich bei 10,8 Hektar. Gut die Hälfte der Siedlungs- und Verkehrsfläche entfiel auf Gebäude- und Freiflächen, knapp 40 Prozent auf Verkehrsflächen und gut sechs Prozent auf Erholungsflächen. Da die Siedlungs- und Verkehrsfläche in beachtlichem Umfang auch Grün- und Freiflächen umfasst, ist der Flächenverbrauch nicht mit Versiegelung (Überbauung, Betonierung, Asphaltierung usw.) gleich zu setzen. Den Ergebnissen liegt erstmals das Amtliche Liegenschaftskataster-Informationssystem (ALKIS) zu Grunde, dessen Datenbestand deutlich aktueller ist als die bisher verwendeten teils veralteten Flurstücksflächen des Automatisierten Liegenschaftsbuchs (ALB).

 
Wie die Auswertung des amtlichen Liegenschaftskatasters der Vermessungsämter durch das Bayerische Landesamt für Statistik ergab, waren zum Stichtag 31. Dezember 2014 in Bayern gut 835 100 Hektar mit Siedlungs- und Verkehrsfläche bedeckt. Dies waren 11,8 Prozent der gesamten Landesfläche des Freistaats (rund 70 550 km²).

 
Gegenüber Ende 2013 nahm die Siedlungs- und Verkehrsfläche um weitere 3 940 Hektar bzw. 0,5 Prozent zu. Pro Tag bedeutete dies im Jahr 2014 eine zusätzliche Inanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke von durchschnitt-lich 10,8 Hektar, was der Fläche von 15 Fußballplätzen (70 m x 100 m) entspricht. Damit war der tägliche Flächenverbrauch für Siedlungs- und Verkehrszwecke geringer als im vorangegangenen Jahr (12,6 Hektar).

 
Da die Siedlungs- und Verkehrsfläche in beachtlichem Umfang auch Grün- und Freiflächen umfasst, kann der oben genannte Flächenverbrauch nicht mit Versiegelung (Überbauung, Betonierung, Asphaltierung usw.) gleich gesetzt werden.

 
Mit knapp 430 300 Hektar nahm die Gebäude- und Freifläche Ende 2014 gut die Hälfte (51,5 Prozent) der Siedlungs- und Verkehrsfläche ein. Binnen Jahresfrist war dies eine Zunahme um 2 568 Hektar bzw. 0,6 Prozent. Damit wurden knapp zwei Drittel des Flächenverbrauchs durch die Bautätigkeit verursacht.

 
Die hierbei mitberücksichtigte Freifläche umfasst alle den Wohn-, Gewerbe- und Industriegebäuden zugehörenden unbebauten Flächen, wie z. B. Hofräume, Spielplätze, Grünflächen oder Stellplätze. Weitere 39,5 Prozent (329 800 Hektar) entfielen auf die Verkehrsfläche, also auf Straßen, Wege, Plätze, Schienen- und Luftverkehrsflächen.

 
Im Vorjahresvergleich nahm die Verkehrsfläche nur geringfügig um 0,1 Prozent bzw. 484 Hektar zu. Ihr Ausbau trug knapp ein Achtel zum Flächenverbrauch im Jahr 2014 bei. 6,1 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsfläche Bayerns (50 800 Hektar) waren als Erholungsflächen - insbesondere Grünanlagen, Campingplätze und Sportstätten - ausgewiesen. Gegenüber Ende 2013 erhöhte sich diese Fläche um 0,6 Prozent bzw. 285 Hektar.

 
In den einzelnen Regierungsbezirken lag der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Gesamtfläche zwischen 13,6 Prozent in Mittelfranken und 10,7 Prozent in der Oberpfalz. Der höchste Flächenverbrauch binnen Jahresfrist erfolgte in Oberbayern mit 918 Hektar, der geringste in Oberfranken mit 258 Hektar.

 
Den Ergebnissen liegt erstmals das Amtliche Liegenschaftskataster-Informationssystem (ALKIS) der Bayerischen Vermessungsverwaltung zu Grunde. Es ersetzt das bisher als Datenbasis verwendete Automatisierte Liegenschaftsbuch (ALB).

 
Im Rahmen der ALKIS-Umstellung wurde in Bayern der gesamte Flächendatenbestand komplett neu erfasst. Während beim ALB die Flurstücke mit teils veralteten Nutzungsartenzuordnungen die Datengrundlage bildeten, basiert ALKIS auf digital ermittelten geometrischen Flächen, bei denen überwiegend Luftaufnahmen genutzt wurden.

 
Da bei der ALKIS-Umstellung nicht nur der Datenbestand aktualisiert, sondern auch die Nutzungsartenzuordnung teilweise geändert wurde, ist der Vergleich der ab 2011 vorliegenden ALKIS-basierten Daten mit den ALB-Daten der vorangegangenen Jahre erheblich eingeschränkt.



Ausführliche Ergebnisse enthält der voraussichtlich im Herbst erscheinende Statistische Bericht A V 1 „Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung in Bayern zum Stichtag 31. Dezember 2014“. Der Bericht kann dann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Weitere Informationen zum Bezug von Druckausgaben erhalten Sie beim Vertrieb per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Telefon (089 2119-3205) oder Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457).



Siedlungs- und Verkehrsfläche in Bayern 2011, 2012, 2013 und 2014

- Stichtag jeweils 31. Dezember -

Nutzungsart

2011

2012

2013

2014

Veränderung 2014 gegenüber 2013

ha

%

ha

%

ha

%

ha

%

ha

%

Gebäude- und Freifläche

422 256

51,4

424 746

51,4

427 705

51,5

430 273

51,5

2 568

0,6

Betriebsfläche ohne Abbauland

18 019

2,2

18 772

2,3

19 531

2,3

20 083

2,4

552

2,8

Erholungsfläche

49 584

6

50 022

6

50 512

6,1

50 796

6,1

285

0,6

Verkehrsfläche

328 322

39,9

329 046

39,8

329 364

39,6

329 848

39,5

484

0,1

Friedhöfe

4 016

0,5

4 020

0,5

4 097

0,5

4 148

0,5

51

1,2

Siedlungs- und Verkehrsfläche insgesamt

822 197

100

826 606

100

831 209

100

835 148

100

3 940

0,5

 

Flächenverbrauch je Tag

x

x

12,1

x

12,6

x

10,8

x

x

x

_________________

Den Ergebnissen liegt das Amtliche Liegenschaftskataster-Informationssystem (ALKIS) zu Grunde. Der Vergleich mit vorangegangenen Jahren auf Basis des  Automatisierten Liegenschaftsbuchs (ALB) ist erheblich eingeschränkt, da nicht nur der gesamte Datenbestand aktualisiert, sondern z.T. auch Nutzungsarten- zuordnungen geändert wurden.




Weitere Informationen:

  • Statistische Berichte: Flächenerhebung
    nach Art der tatsächlichen Nutzung in Bayern
  • PDF der Pressemitteilung






Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.