Auf einen Blick


Pressemitteilung

272/2015/34/C
München, den 28. September 2015

Voraussichtlich zweitniedrigste Kartoffelernte in Bayern in der Nachkriegszeit

Folge der diesjährigen Trockenheit und Hitze

 
Aufgrund der mehrwöchigen Trockenheit und Hitze im Sommer wird es 2015 in Bayern voraussichtlich eine Kartoffelernte von nur 1,42 Millionen Tonnen geben. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, ist dies die bisher zweitniedrigste Erntemenge der Nachkriegszeit. Sie liegt um gut ein Fünftel unter dem Durchschnitt der vorangegangenen sechs Jahre. Als Durchschnittsertrag werden lediglich knapp 353 Dezitonnen je Hektar erwartet. Gegenüber dem sehr guten Vorjahresergebnis bedeutet dies einen Rückgang um rund 23 Prozent, gegenüber dem langjährigen Mittel ein Minus von fast 16 Prozent.

 
Die von den bayerischen Landwirten bewirtschaftete Kartoffelfläche verringerte sich nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung 2015 gegenüber dem Vorjahr geringfügig um gut ein Prozent bzw. rund 500 Hektar (ha) auf knapp 40 300 ha.

 
Dies ist laut Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik die bisher geringste Kartoffelanbaufläche. Seit 1985 hat sich die Kartoffelfläche damit halbiert und seit dem Höchststand im Jahre 1954 mit knapp 321 000 Hektar ist sie um fast 88 Prozent gesunken. In Bayern werden hauptsächlich die ertragsstärkeren mittelfrühen und späten Sorten angebaut.

 
Nach den bisher ausgewerteten Ertragsmessungen im Rahmen der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“, wird bei Kartoffeln in diesem Jahr mit einem Durchschnittsertrag von lediglich 353 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) gerechnet. Dies sind 23 Prozent weniger als im vorangegangenen Jahr, als mit 458,5 dt/ha der bisher zweithöchste Hektarertrag erzielt wurde.

 
Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2014 (418,2 dt/ha) bedeutet dies ein Minus von fast 16 Prozent. Grund für den niedrigen Ertrag waren im Wesentlichen die anhaltende Trockenheit und Hitze im Juli und August. Die Folge war, dass die Kartoffeln z.T. vorzeitig abreiften und nur kleine Knollen bildeten. Durch die Ertragseinbußen kann in diesem Jahr in Bayern nur mit einer Kartoffelernte von 1,42 Millionen Tonnen gerechnet werden. Dies wäre die zweitniedrigste Kartoffelernte in Bayern seit Ende des zweiten Weltkriegs.

 
Gegenüber dem Vorjahr (1,87 Mill. Tonnen) bedeutet dies einen Rückgang um 24 Prozent bzw. rund 450 000 Tonnen. Die durchschnittliche Erntemenge der vorangegangenen sechs Jahre (1,8 Mill. Tonnen) wird um gut 21 Prozent bzw. rund 381 000 Tonnen unterschritten.

 
Innerhalb Deutschlands ist Bayern hinter Niedersachsen das zweitwichtigste Kartoffelanbauland. Rund 17 Prozent des Kartoffelanbaus erfolgte 2015 im Freistaat, der Anteil an der Erntemenge wird voraussichtlich bei gut 14 Prozent liegen.



Hinweis: Regionalisierte Zahlen stehen nicht zur Verfügung.

 
Ausführliche endgültige Ergebnisse enthält der voraussichtlich im zweiten Quartal 2016 erscheinende Statistische Bericht „Ernte der Feldfrüchte und des Grünlandes in Bayern 2015“. Der Bericht kann dann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden.

Weitere Informationen zum Bezug von Druckausgaben erhalten Sie beim Vertrieb per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Telefon (089 2119-3205) oder Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457).




Weitere Informationen:

  • Statistische Berichte: Ernte der Feldfrüchte
    und des Grünlandes in Bayern
  • Pressemitteilung des Vorjahres
  • PDF der Pressemitteilung






Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.