Auf einen Blick

Pressemitteilung

342/2015/52/D
München, den 03. Dezember 2015

Insolvenzverfahren in Bayern weiterhin rückläufig

Jedoch spürbarer Anstieg bei den Unternehmensinsolvenzverfahren

 
Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik wurden in den ersten drei Quartalen im Jahr 2015 bei den bayerischen Insolvenzgerichten insgesamt 10 896 Insolvenzverfahren beantragt, darunter 2 324 Unternehmens- und 6 056 Verbraucherinsolvenzverfahren. Verglichen mit den ersten drei Quartalen im Jahr 2014 stieg die Anzahl der beantragten Unternehmensinsolvenzverfahren damit um 7,1 Prozent an, während die der beantragten Verbraucherinsolvenzverfahren hingegen um 9,4 Prozent zurückging. Über zwei Drittel (72,1 Prozent bzw. 1 675 Fälle) der beantragten Unternehmensinsolvenzverfahren wurden eröffnet, während 27,9 Prozent mangels Masse abgewiesen werden mussten. Die Anzahl der eröffneten Unternehmensinsolvenzverfahren erhöhte sich damit um 5,9 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2014. Auf eine beantragte Unternehmensinsolvenz entfielen im Mittel voraussichtliche Gläubigerforderungen in Höhe von 821 794 Euro, was knapp zwei Dritteln des Wertes in den ersten drei Quartalen im Jahr 2014 entspricht (1,26 Millionen Euro). Bei den Verbraucherinsolvenzverfahren lag die durchschnittliche Forderungssumme für ein beantragtes Verfahren im Berichtszeitraum bei 52 529 Euro, während sie in den ersten drei Quartalen des Vorjahres 54 677 Euro betragen hatte.

 
Insgesamt 10 896 Insolvenzverfahren wurden in den ersten drei Quartalen 2015 bei den bayerischen Amtsgerichten beantragt, darunter 2 324 Unternehmensinsolvenzen und 6 056 Verbraucherinsolvenzen. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, ging die Anzahl der insgesamt gemeldeten Insolvenzverfahren im Vergleich zu den ersten drei Quartalen des Jahres 2014 um 6,1 Prozent zurück.

 
Dies ist vor allem auf die um 9,4 Prozent rückläufigen Verbraucherinsolvenzverfahren zurückzuführen; die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen lag hingegen um 7,1 Prozent über dem entsprechenden Wert im Vorjahreszeitraum. Die restlichen 2 516 Insolvenzverfahren betrafen natürliche Personen als Gesellschafter, ehemals selbstständig Tätige, Nachlässe und Gesamtgut; verglichen mit dem Vorjahreszeitraum zeigte sich auch hier ein deutlicher Rückgang (-8,3 Prozent).

 
Von den insgesamt 2 324 im Berichtszeitraum beantragten Unternehmensinsolvenzverfahren wurden 72,1 Prozent bzw. 1 675 Verfahren eröffnet; 649 Verfahren bzw. 27,9 Prozent wurden mangels Masse abgewiesen. Pro Insolvenzantrag eines Unternehmens betrugen die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger durchschnittlich 821 794 Euro und lagen damit deutlich unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums (1,26 Millionen Euro).

 
Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags waren bei den Unternehmen, die Insolvenz beantragt und Angaben zu den Beschäftigten gemacht hatten, 10 163 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt, während im entsprechenden Vorjahreszeitraum mit 17 828 Beschäftigte deutlich mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von einer Unternehmensinsolvenz betroffen waren.

 
Gut die Hälfte der insolventen Unternehmen (52,5 Prozent) war zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags unter acht Jahren alt; ein Viertel (25,3 Prozent) der Unternehmen konnten sich nur bis zu drei Jahre lang am Markt halten, bevor sie Insolvenz beantragen mussten.
Von den 6 056 in den ersten drei Quartalen des Jahres 2015 beantragten Verbraucherinsolvenzverfahren wurden 98,5 Prozent (bzw. 5 962 Verfahren) eröffnet, in knapp 1,4 Prozent der Fälle wurde ein Schuldenbereinigungsplan angenommen und 0,2 Prozent wurden mangels Masse abgewiesen.

 
Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger gegenüber den Verbrauchern, die Insolvenz anmelden mussten, beliefen sich auf insgesamt 318,1 Millionen Euro und lagen damit in Summe um 13 Prozent niedriger als der entsprechende Vorjahreswert. Pro beantragten Verbraucherinsolvenzverfahren betrugen die voraussichtlichen Gläubigerforderungen durchschnittlich 52 529 Euro und lagen damit 3,9 Prozent unter dem Vergleichswert in den ersten drei Quartalen des Jahres 2014.


Beantragte Insolvenzverfahren in Bayern in den ersten drei Quartalen des Jahres 2015

 

Insolvenzverfahren

von Januar bis September 2015

Insolvenz-verfahren insgesamt,

von

Januar

bis

September 2014

Veränderung

ggü. dem

Zeitraum

Januar

bis

September 2014
(in %)

insgesamt

eröffnet

mangels Masse

abgewiesen

Schulden-bereinigungsplan

angenommen

Insgesamt

10 896

9 864

 930

 102

11 599

- 6,1

Unternehmen

2 324

1 675

 649

X

2 169

 7,1

Übrige Schuldner

8 572

8 189

 281

 102

9 430

- 9,1

davon

 

 

 

 

 

 

Verbraucher

6 056

5 962

 11

 83

6 687

- 9,4

natürliche Personen als Gesellschafter u.Ä.

 34

 32

 2

X

 44

- 22,7

ehemals selbstständig Tätige1)

2 086

1 917

 150

 19

2 277

- 8,4

Nachlässe und Gesamtgut

 396

 278

 118

X

 422

- 6,2

______________

1) Vereinfachte Verfahren und Regelinsolvenzverfahren.

 




Regionalisierte Zahlen:

  • 2015: Januar bis September
    Landkreise
  • 2014: Januar bis September
    Landkreise
  • Statistische Berichte:
    Insolvenzverfahren in Bayern
  • Pressemitteilung






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