Auf einen Blick


Pressemitteilung

348/2015/45/B
München, den 09. Dezember 2015

Weniger Strafgefangene in Bayern 2015

Diebstahl und Unterschlagung häufigste Deliktgruppe

 
Ende März 2015 waren in den 36 bayerischen Justizvollzugsanstalten 8 316 Strafgefangene und Sicherungsverwahrte inhaftiert, das sind 3,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit setzte sich nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik der leicht rückläufige Trend der letzten Jahre fort. Von den einsitzenden Personen waren 95,4 Prozent Erwachsene (über 21 Jahre), 7,4 Prozent weiblich, 70,7 Prozent hatten eine deutsche Staatsbürgerschaft und 72,7 Prozent waren vorbestraft. 46,4 Prozent der Strafgefangenen verbüßten eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Diebstahl und Unterschlagung lagen in 20,9 Prozent der Haft zugrunde.

 
Am 31. März 2015 waren nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik 8 316 Strafgefangene und Sicherungsverwahrte in den 36 bayerischen Justizvollzugsanstalten inhaftiert. Hierin sind Personen in Untersuchungshaft, im Jugendarrest und Personen in sonstiger Freiheitsentziehung (z.B. Strafarrest oder Abschiebehaft) nicht einbezogen. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 337 Strafgefangene und Sicherungsverwahrte weniger (-3,9 Prozent). Seit dem bisherigen Höchststand im Jahr 2007 (9 860) ist die Zahl der Inhaftierten bis zum Jahr 2015 tendenziell gesunken.

 
Im Jahr 2015 machten die über 21-jährigen Erwachsenen mit rund 95,4 Prozent den größten Anteil aller Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten aus. In dieser Altersgruppe gab es 7 933 Inhaftierte, 302 Personen weniger als ein Jahr zuvor.

 
Vergleichsweise gering waren mit 3,9 Prozent der Anteil der 18- bis unter 21-jährigen Heranwachsenden und mit 0,7 Prozent der Anteil der 14- bis unter 18-jährigen Jugendlichen. Bei den Heranwachsenden ging die Zahl der Gefangenen gegenüber dem Vorjahr um 9,8 Prozent zurück und erreichte mit 321 einen Tiefstand im vergangenen Zehnjahreszeitraum. Die Zahl der im Strafvollzug befindlichen Jugendlichen ist im Vergleich zum Vorjahr (62 Personen) unverändert geblieben.

 
In den bayerischen Strafvollzugsanstalten befanden sich 616 Frauen. Dies entsprach einem Frauenanteil von 7,4 Prozent an allen Strafgefangenen. Im Vergleich zum Vor-jahr ist die Zahl der weiblichen Strafgefangenen um 35 Personen und die der männlichen Inhaftierten um 302 Personen gesunken.

 
Von den 8 316 Inhaftierten besaßen 5 882 eine deutsche und 2 434 eine nicht-deutsche Staatsangehörigkeit. Damit waren 70,7 Prozent der Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten Deutsche. Dieser Anteil ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken.

 
72,7 Prozent aller Insassen verbüßten zum wiederholten Male eine Strafe. 74,0 Prozent aller zu einer Freiheitsstrafe (5 670 Personen) und 52,4 Prozent der zu Jugendstrafe verurteilten Gefangenen (313 Personen) waren bereits vorbestraft, 1 897 Häftlinge sogar fünf- bis zehnmal und 880 Insassen elfmal und öfter. Die häufigste Art der Vorstrafen waren Kombinationen aus Freiheits- und Geldstrafen (1 919 Häftlinge), sowie aus Freiheits- und Jugendstrafen (1 010 Insassen). Zu einer Freiheitsstrafe allein waren 801 Häftlinge, zu einer Geldstrafe allein 787 Insassen vorverurteilt.

 
Gemessen an der voraussichtlichen Vollzugsdauer verbüßte 2015 die größte Gruppe der Strafgefangenen mit 3 830 Personen oder 46,4 Prozent eine Haftstrafe bis zu einem Jahr. Zu einer Freiheits- oder Jugendstrafe von mehr als einem und bis zu zwei Jahren wurden 1 661 Strafgefangene verurteilt, was einem Anteil von 20,1 Prozent entsprach. Ein Urteil von mehr als zwei und bis zu fünf Jahren Vollzugsdauer wurde gegen 1 822 Personen oder 22,1 Prozent ausgesprochen.

 
Gut 6,9 Prozent oder 570 Strafgefangene wurden mit einer Haftstrafe von mehr als fünf und bis zu zehn Jahren belegt. Eine Haftstrafe von zehn bis fünfzehn Jahren erhielten 109 Personen oder 1,3 Prozent. 3,2 Prozent oder 262 Personen verbüßten eine lebenslange Haftstrafe. Daneben befanden sich 62 ausschließlich männliche Personen in Sicherungsverwahrung.

 
64,6 Prozent (5 373 Personen) aller Insassen waren ledig, 16,4 Prozent (1 361 Personen) geschieden, 17,5 Prozent (1 459 Personen) verheiratet und 1,5 Prozent (123 Personen) verwitwet.



Ausführliche Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Strafvollzugsstatistik in Bayern - 2015“. Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Weitere Informationen zum Bezug von Druckausgaben erhalten Sie beim Vertrieb per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Telefon (089 2119-3205) oder Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457).







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