Auf einen Blick

Pressemitteilung

42/2015/52/D
München, den 25. Februar 2015

Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen 2014 im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig

Um 12,5 Prozent weniger Beschäftigte von Unternehmensinsolvenzen betroffen

 
Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik wurden im Jahr 2014 bei den bayerischen Amtsgerichten insgesamt 15 410 Insolvenzverfahren beantragt, darunter 2 947 Unternehmens- und 8 896 Verbraucherinsolvenzverfahren. Im Vergleich zum Vorjahr ging damit die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen um 2,4 Prozent und die der Verbraucherinsolvenzen um 2,0 Prozent zurück. Die Anzahl der von Unternehmensinsolvenzen betroffenen Arbeitnehmer reduzierte sich um 12,5 Prozent, von 23 387 Beschäftigten im Jahr 2013 auf 20 464 Personen im Berichtsjahr 2014. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger pro Unternehmensinsolvenzverfahren betrugen im Durchschnitt 1,04 Millionen Euro; bei den Verbraucherinsolvenzverfahren belief sich dieser Betrag auf durchschnittlich 55 383 Euro pro Verfahren.

 
Insgesamt 15 410 Insolvenzverfahren wurden im Jahr 2014 bei den bayerischen Amtsgerichten beantragt, darunter 2 947 Unternehmensinsolvenzen und 8 896 Verbraucherinsolvenzen.

 
Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, ging damit die Anzahl der Insolvenzverfahren insgesamt im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent zurück, die Zahl der Unternehmensinsolvenzen lag um 2,4 Prozent unter dem Vorjahreswert und die der Verbraucherinsolvenzen um 2,0 Prozent.

 
Die restlichen 3 567 Insolvenzverfahren betrafen natürliche Personen als Gesellschafter, ehemals selbstständig Tätige, Nachlässe und Gesamtgut; verglichen mit dem Vorjahreszeitraum zeigte sich hier insgesamt ein leichter zahlenmäßiger Anstieg (+4,1 Prozent).

 
Von den insgesamt 2 947 im Berichtszeitraum beantragten Unternehmensinsolvenzverfahren wurden 2 174 Verfahren eröffnet und 773 mangels Masse abgewiesen. Pro Insolvenzantrag eines Unternehmens betrugen die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger durchschnittlich 1,04 Millionen Euro und lagen damit um 8,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

 
Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags waren bei den Unternehmen, die im Jahr 2014 Insolvenz beantragt und Angaben zu den Beschäftigten gemacht hatten, 20 464 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt.

 
Im Jahr zuvor waren 23 387 Beschäftigte von einer Unternehmensinsolvenz betroffen; damit waren im Berichtsjahr 2014 um 12,5 Prozent weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von einer Unternehmensinsolvenz tangiert als im Jahr davor.

 
Die Mehrheit der Unternehmen, die einen Insolvenzantrag im Jahr 2014 gestellt hatten (60,7 Prozent), hatte zum Insolvenzzeitpunkt keinen Arbeitnehmer; 28,3 Prozent hatten zwischen einem und zehn Beschäftigten; 9,3 Prozent 11 bis 100 Arbeitnehmer und nur 0,7 Prozent verfügten über mehr als 100 Arbeitnehmer (0,9 Prozent der insolventen Unternehmen hatten keine Angaben zu den betroffenen Arbeitnehmern gemacht).

 
Gut die Hälfte der insolventen Unternehmen (50,9 Prozent) war zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags unter 8 Jahren alt; 26,2 Prozent der Unternehmen konnten sich nur bis zu drei Jahre lang im Markt halten, bevor sie Insolvenz beantragen mussten.

 
Von den 8 896 im Berichtszeitraum beantragten Verbraucherinsolvenzverfahren wurden 98,6 Prozent (bzw. 8 770 Verfahren) eröffnet, in 1,3 Prozent der Fälle wurde ein Schuldenbereinigungsplan angenommen und weniger als ein Prozent wurden mangels Masse abgewiesen.

 
Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger gegenüber den Verbrauchern, die Insolvenz anmelden mussten, beliefen sich auf insgesamt 492,7 Millionen Euro und lagen damit um 5,9 Prozent unter dem Vorjahreswert.

 
Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen bezogen auf ein im Jahr 2014 beantragtes Verbraucherinsolvenzverfahren betrugen durchschnittlich 55 383 Euro, was um 4,0 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres (57 701 Euro) lag.

 
Bezogen auf 10 000 Einwohner wurden im Jahr 2014 in Bayern im Durchschnitt 7,0 Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt (Vorjahreswert: 7,2). Spitzenreiter war hierbei der Regierungsbezirk Oberfranken mit einer Quote von 11,0, gefolgt von Schwaben (8,1), der Oberpfalz (7,6), Unterfranken (7,2) Niederbayern (6,9) sowie Mittelfranken (6,5).

 
Die vergleichsweise geringste Anzahl an Verbraucherinsolvenzen pro 10 000 Einwohner (5,8) gab es – wie bereits im Vorjahr (damals: 6,0) – in Oberbayern. In den kreisfreien Städten Bayerns lag die Quote der Verbraucherinsol-venzverfahren mit 9,6 Verfahren pro 10 000 Einwohnern deutlich über derjenigen der Landkreise (6,0 Verfahren).



Ausführliche Ergebnisse enthält der in Kürze erscheinende Statistische Bericht "Insolvenzverfahren in Bayern im Jahr 2014“ (Bestellnummer: D31003 201400). Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Weitere Informationen zum Bezug von Druckausgaben erhalten Sie beim Vertrieb per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Telefon (089 2119-3205) oder Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457).




Beantragte Insolvenzverfahren in Bayern im Jahr 2014

 

Insolvenzverfahren im Jahr 2014

Jahr 2013:

Verfahren insgesamt

Veränderung ggü.

2013

(in %)

insgesamt

eröffnet

mangels Masse

abgewiesen

Schulden-bereinigungs-plan angenommen

Insgesamt

15 410

14 159

1 121

130

15 522

-0,7

Unternehmen

2 947

2 174

773

X

3 018

-2,4

Übrige Schuldner

12 463

11 985

348

130

12 504

-0,3

davon

 

 

 

 

 

 

Verbraucher

8 896

8 770

6

120

9 077

-2,0

natürliche Personen als Gesellschafter

57

49

8

X

80

-28,8

ehemals selbstständig Tätige1)

2 941

2 741

190

10

2 973

-1,1

Nachlässe und Gesamtgut

569

425

144

X

374

52,1

____________

1) Vereinfachte Verfahren und Regelinsolvenzverfahren.




Regionalisierte Zahlen:

  • Jahr 2014: In Bayern beantragte Insolvenzen
    nach Sitz/Wohnort des Schuldners
  • Jahr 2013: In Bayern beantragte Insolvenzen
    nach Sitz/Wohnort des Schuldners








Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.