Auf einen Blick

Pressemitteilung

336/2016/45/B
München, den 24. November 2016

Weniger Verurteilungen in Bayern 2015

45,8 Prozent aller Verurteilten waren vorbestraft

 
Im Jahr 2015 wurden in Bayern 113 475 Personen rechtskräftig verurteilt, das waren 5,2 Prozent weniger als im Jahr davor. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, handelte es sich bei den Straftätern überwiegend um Erwachsene (86,7 Prozent). Die Anteile der verurteilten Heranwachsenden bzw. Jugendlichen lagen bei 8,3 bzw. 5,0 Prozent. Unter den schuldig gesprochenen Personen befanden sich 21 454 Frauen (18,9 Prozent). 51 962 (45,8 Prozent) hatten bereits mindestens einen Eintrag im Bundeszentralregister, waren also vorbestraft. 65,7 Prozent aller Verurteilten waren Deutsche. Ihre Anzahl (74 593) hat gegenüber 2014 (81 344) um 8,3 Prozent abgenommen.

 
Im Jahr 2015 lag die Zahl der abgeurteilten Personen, gegen die ein Strafverfahren vor bayerischen Gerichten rechtskräftig abgeschlossen wurde, mit 138 019 um 5,4 Prozent niedriger als im Jahr 2014. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, entschieden die Gerichte 2015 in 82,2 Prozent der Fälle oder bei 113 475 Beschuldigten auf eine Verurteilung.

 
Die Gesamtzahl der Verurteilungen verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 5,2 Prozent. In 15,1 Prozent der Fälle, d.h. bei 20 789 Personen, wurde das Verfahren eingestellt. Nur 2,6 Prozent der Verfahren (3 617 Personen) endeten mit einem Freispruch. Die restlichen 138 Fälle (0,1 Prozent) wurden durch „sonstige Entscheidungen“ beendet.1)

 
Von den 113 475 Verurteilungen des Jahres 2015 richteten sich 98 406 oder 86,7 Prozent gegen Personen im Alter ab 21 Jahren („Erwachsene“), 9 391 oder 8,3 Prozent gegen Heranwachsende (Personen zwischen 18 bis unter 21 Jahren) und 5 678 oder 5,0 Prozent gegen strafmündige Jugendliche mit einem Alter von 14 bis unter 18 Jahren. Im Berichtszeitraum befanden sich unter den Verurteilten 21 454 Frauen, das waren um 6,4 Prozent weniger als im Jahr 2014. Ihr Anteil an allen Verurteilten betrug 18,9 Prozent.

 
Von den Verurteilten waren, soweit von diesen Personen entsprechende Angaben vorlagen, 51 962 vorbestraft. Dies waren 45,8 Prozent aller Verurteilten. Von diesen schon früher Straffälligen waren 36 190 bereits mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, unter ihnen 9 808 Personen drei- oder viermal und 17 869 fünfmal oder öfter.

 
Insgesamt waren 74 593 (65,7 Prozent) der im Jahr 2015 für schuldig befundenen Personen Deutsche; das ist eine Abnahme um 8,3 Prozent. Der Anteil der Ausländer oder Staatenlosen an allen Verurteilten lag bei 34,3 Prozent und damit etwas höher als im Vorjahr (32,0 Prozent). Die Bürger aller 28 EU-Staaten waren mit 49,6 Prozent an allen verurteilten Ausländern vertreten, 0,9 Prozent waren Staatenlose.



Ausführliche Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Abgeurteilte und Verurteilte in Bayern 2015 – B6100 201500“. Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Weitere Informationen zum Bezug von Druckausgaben erhalten Sie beim Vertrieb per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Telefon (089 2119-3205) oder Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457).


Rechtskräftig Abgeurteilte in Bayern seit 2006 nach Art der Entscheidung

Jahr

Abgeurteilte
insgesamt

davon

Verurteilte

davon

Freisprüche

Verfahren
eingestellt
oder sonstige
Entscheidung1)

nicht
vorbestraft

vorbestraft

2006

172 655 

140 853 

77 374 

63 479 

4 209 

27 593 

2007

170 988 

139 421 

74 895 

64 526 

4 036 

27 531 

2008

164 065 

133 476 

70 045 

63 431 

4 233 

26 356 

2009

157 758 

126 576 

66 119 

60 457 

4 217 

26 965 

2010

155 505 

125 229 

65 861 

59 368 

4 279 

25 997 

2011

154 450 

125 410 

65 702 

59 708 

3 996 

25 044 

2012

149 804 

121 876 

65 013 

56 863 

3 994 

23 934 

2013

150 085 

122 693 

66 006 

56 687 

4 055 

23 337 

2014

145 846 

119 697 

65 283 

54 414 

3 975 

22 174 

2015

138 019 

113 475 

61 513 

51 962 

3 617 

20 927 

 

1) Als "sonstige Entscheidung" zählen: Anordnung von Maßregeln der Besserung und Sicherung (auch neben Freispruch oder Einstellung), außerdem das Absehen von Strafe und die Überweisung an das Familiengericht gemäß § 53 JGG.

 
 

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