Auf einen Blick

Pressemitteilung

256/2017/45/B
München, den 18. Oktober 2017

Mehr Verurteilungen in Bayern 2016

44,3 Prozent aller Verurteilten waren vorbestraft

 
Im Jahr 2016 wurden in Bayern 118 544 Personen rechtskräftig verurteilt, das waren 4,5 Prozent mehr als im Jahr davor. Dabei handelte es sich bei den verurteilten Straftätern überwiegend um Erwachsene (87,2 Prozent). Die Anteile der verurteilten Heranwachsenden bzw. Jugendlichen lagen bei 8,2 bzw. 4,6 Prozent. Unter den schuldig gesprochenen Personen waren nur 18,4 Prozent Frauen. 44,3 Prozent aller Verurteilten hatten bereits mindestens einen Eintrag im Bundeszentralregister, waren also vorbestraft. 62,4 Prozent waren Deutsche.
 
Im Jahr 2016 lag die Zahl der abgeurteilten Personen, gegen die ein Strafverfahren vor bayerischen Gerichten rechtskräftig abgeschlossen wurde, mit 142 184 um 3,0 Prozent höher als im Jahr 2015. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, entschieden die Gerichte 2016 in 83,4 Prozent der Fälle oder bei 118 544 Beschuldigten auf eine Verurteilung. Die Gesamtzahl der Verurteilten erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent. In 14,1 Prozent der Fälle, d.h. bei 20 051 Personen, wurde das Verfahren gerichtlich eingestellt. Nur 2,4 Prozent der Verfahren (3 424 Personen) endeten mit einem Freispruch. Die restlichen 165 Fälle (0,1 Prozent) wurden durch „sonstige Entscheidungen“ beendet.1)
 
Von den 118 544 Verurteilten des Jahres 2016 waren 103 384 Personen oder 87,2 Prozent zur Zeit der Tat im Alter ab 21 Jahren („Erwachsene“), 9 731 oder 8,2 Prozent Heranwachsende (Personen zwischen 18 bis unter 21 Jahren) und 5 429 oder 4,6 Prozent strafmündige Jugendliche mit einem Alter von 14 bis unter 18 Jahren. Im Berichtszeitraum befanden sich unter den Verurteilten 21 790 Frauen, das waren um 1,6 Prozent mehr als im Jahr 2015. Ihr Anteil an allen Verurteilten betrug 18,4 Prozent und ist damit gegenüber dem Vorjahr (18,9 Prozent) leicht zurückgegangen.
 
Von den Verurteilten waren, soweit von diesen Personen entsprechende Angaben vorlagen, 52 471 vorbestraft. Dies waren 44,3 Prozent aller Verurteilten. Von diesen schon früher Straffälligen waren 36 366 bereits mehrfach vorbestraft, unter ihnen 9 767 Personen drei- oder viermal und 18 294 fünfmal oder öfter.
 
Insgesamt waren 74 018 (62,4 Prozent) der im Jahr 2016 für schuldig befundenen Personen Deutsche. Der Anteil der Ausländer oder Staatenlosen an allen Verurteilten lag bei 37,6 Prozent (44 526) und damit höher als im Vorjahr (34,3 Prozent). Die Bürger aller 28 EU-Staaten waren mit 47,5 Prozent an allen verurteilten Ausländern vertreten, 0,7 Prozent waren Staatenlose.
 
 
Ausführliche Ergebnisse enthält der vor kurzem erschienene Statistische Bericht „Abgeurteilte und Verurteilte in Bayern 2016 – B61003 201600“. Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Weitere Informationen zum Bezug von Druckausgaben erhalten Sie beim Vertrieb per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Telefon (089 2119-3205) oder Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457).



Rechtskräftig Abgeurteilte in Bayern seit 2007 nach Art der Entscheidung

Jahr

Abgeurteilte
insgesamt

davon

Verurteilte

davon

Freisprüche

Verfahren
eingestellt
oder sonstige
Entscheidung1)

nicht
vorbestraft

vorbestraft

2007

170 988 

139 421 

74 895 

64 526 

4 036 

27 531 

2008

164 065 

133 476 

70 045 

63 431 

4 233 

26 356 

2009

157 758 

126 576 

66 119 

60 457 

4 217 

26 965 

2010

155 505 

125 229 

65 861 

59 368 

4 279 

25 997 

2011

154 450 

125 410 

65 702 

59 708 

3 996 

25 044 

2012

149 804 

121 876 

65 013 

56 863 

3 994 

23 934 

2013

150 085 

122 693 

66 006 

56 687 

4 055 

23 337 

2014

145 846 

119 697 

65 283 

54 414 

3 975 

22 174 

2015

138 019 

113 475 

61 513 

51 962 

3 617 

20 927 

2016

142 184

118 544

66 073

52 471

3 424

20 216

 

1) Als "sonstige Entscheidung" zählen: Anordnung von Maßregeln der Besserung und Sicherung (auch neben Freispruch oder Einstellung), außerdem das Absehen von Strafe und die Überweisung an das Familiengericht gemäß § 53 JGG.

 

© Bayerisches Landesamt für Statistik



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