Pressemitteilung zu Real- und Nominallöhnen
Fürth, den 27. August 2026
Reallöhne im Freistaat steigen im zweiten Quartal 2026 um 2,5 Prozent, Nominallohnzuwachs liegt bei 5,3 Prozent
Zuwachs der Reallöhne liegt knapp unter Inflationsrate von 2,7 Prozent
Die Nominallöhne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bayern steigen im zweiten Quartal 2026 um durchschnittlich 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Verbraucherpreise nehmen im gleichen Zeitraum um 2,7 Prozent zu. Wie das Fachteam im Bayerischen Landesamt für Statistik weiter mitteilt, errechnet sich für die Reallöhne im Freistaat im zweiten Quartal 2026 ein Zuwachs um 2,5 Prozent. Damit setzt sich die seit dem dritten Quartal 2023 bestehende positive Reallohnentwicklung fort.
Fürth. Die nominalen Verdienste der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bayern steigen im zweiten Quartal 2026 um durchschnittlich 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Verbraucherpreise nehmen im gleichen Zeitraum um 2,7 Prozent zu. Somit steigen die realen (preisbereinigten) Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im zweiten Quartal 2026 durchschnittlich um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Damit setzt sich die seit dem dritten Quartal 2023 bestehende positive Reallohnentwicklung fort.
Nominallöhne im Gastgewerbe steigen überdurchschnittlich
Im Produzierenden Gewerbe sind die Nominallöhne im zweiten Quartal 2026 mit einem Plus von 4,8 Prozent etwas weniger stark gestiegen als in der Gesamtwirtschaft (+5,3 Prozent). Innerhalb des Produzierenden Gewerbes weist der Wirtschaftsabschnitt „Energieversorgung“ mit 8,6 Prozent dennoch ein überdurchschnittliches Nominallohnwachstum auf. Unterdurchschnittliche Steigerungen der Nominallöhne lassen sich unter anderem in den Wirtschaftsabschnitten „Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen“ (+3,6 Prozent) und „Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden“ (+3,1 Prozent) feststellen.
Im Dienstleistungsbereich liegt die nominale Verdienststeigerung im Vergleich zum zweiten Quartal 2025 mit einem Plus von 5,6 Prozent geringfügig über der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (+5,3 Prozent). Innerhalb des Dienstleistungsbereichs verzeichnen im zweiten Quartal 2026 insbesondere die Wirtschaftsabschnitte „Information und Kommunikation“ (+14,8 Prozent) und „Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ (+7,7 Prozent) starke Verdienststeigerungen gegenüber dem zweiten Quartal 2025. Auch im Abschnitt „Gastgewerbe“ steigen die nominalen Verdienste mit 6,1 Prozent überdurchschnittlich. Dagegen fällt der Nominallohnzuwachs in den Wirtschaftsabschnitten „Verkehr und Lagerei“ (+3,3 Prozent), „Erziehung und Unterricht“ (+2,0 Prozent) sowie „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (+0,7 Prozent) vergleichsweise gering aus.
Geringverdienende und Besserverdienende mit starken Nominallohnzuwächsen
Bei Betrachtung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach ihrem Beschäftigungsumfang zeigt sich, dass der Anstieg der Nominallöhne im zweiten Quartal 2026 für Vollzeitkräfte mit 5,4 Prozent marginal über der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der Nominallöhne aller Beschäftigten liegt. Dagegen weisen sowohl Teilzeitkräfte mit 4,5 Prozent als auch geringfügig Beschäftigte mit 4,6 Prozent im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahresquartal ein unterdurchschnittliches Nominallohnwachstum auf.
Unter den Vollzeitbeschäftigten hat das Fünftel mit den geringsten Verdiensten (1. Quintil) mit im Durchschnitt 6,9 Prozent den stärksten Nominallohnanstieg im zweiten Quartal 2026. Für das oberste Fünftel mit den höchsten Verdiensten unter den Beschäftigten in Vollzeit (5. Quintil) fällt der Lohnanstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit durchschnittlich 6,3 Prozent ebenfalls hoch aus. Die nominalen Verdienste von vollzeitbeschäftigten Männern nehmen im zweiten Quartal 2026 mit im Schnitt 5,6 Prozent etwas stärker zu als die Nominallöhne von Frauen in Vollzeit mit durchschnittlich 4,9 Prozent.
Hinweise:
Regionalisierte Daten stehen nicht zur Verfügung.
Nominallohnindex und Reallohnindex
Der Nominallohnindex bildet die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab.
Beim Reallohnindex wird die Verdienstentwicklung ins Verhältnis zur Entwicklung der Verbraucherpreise gesetzt. Er gibt somit Hinweise zur Entwicklung der Kaufkraft der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Quintile
Quintile teilen die Verdienste in fünf Größenklassen. Das erste Quintil umfasst das untere Fünftel der Beschäftigten auf der Verdiensteskala, das sind die 20 Prozent der Beschäftigten mit den niedrigsten Verdiensten. Das fünfte Quintil umfasst die 20 Prozent der Beschäftigten mit den höchsten Verdiensten.
Datengrundlage
Die Datengrundlage für den Nominallohnindex ist die Verdiensterhebung. Hierfür werden in einer repräsentativen Stichprobe rund 6 400 bayerische Betriebe in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich befragt.
Mehr Ergebnisse enthält der Statistische Bericht, der in KW 36 erscheint:
„Verdienstindizes in Bayern im 2. Quartal 2026“ (Bestellnummer: N1300C 202642).
Des Weiteren können die Ergebnisse zum Real- und Nominallohnindex auch über die Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden: Bayerisches Landesamt für Statistik - GENESIS-Online: Statistik: 62361.
