Pressemitteilung zur Getreideernte
Fürth, den 28. August 2026
Getreideernte in Bayern 2026: Einbruch um 12,7 Prozent zum Vorjahr – Erntemenge von 5,6 Millionen Tonnen erwartet
Hektarertrag wird bei Winterweizen auf 70,1 Dezitonnen und bei Wintergerste auf 68,8 Dezitonnen geschätzt
Nach Schätzungen des Fachteams des Bayerischen Landesamts für Statistik wird im Jahr 2026 eine Getreideernte (ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix) von insgesamt 5,6 Millionen Tonnen prognostiziert. Grundlage hierfür sind die bisher ausgewerteten Ertragsmessungen aus der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“ sowie die Ertragsschätzungen der amtlichen Berichterstatter zum Berichtsmonat Juli.
Die bayerische Getreideernte fällt 2026 witterungsbedingt deutlich geringer aus als im Vorjahr. Hitzeperioden und anhaltende Trockenheit führten zu einem Rückgang von voraussichtlich 12,7 Prozent gegenüber 2025. Im Vergleich zum langjährigen Mittel der Jahre 2020 bis 2025 wird eine Einbuße von 8,6 Prozent erwartet.
Der durchschnittliche Hektarertrag der flächenstärksten Getreideart Winterweizen liegt voraussichtlich bei 70,1 Dezitonnen und damit 9,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Für die Wintergerste wird ein Ertrag von 68,8 Dezitonnen je Hektar geschätzt, was einem Minus von 7,7 Prozent gegenüber 2025 entspricht.
Fürth. Wie das Fachteam des Bayerischen Landesamts für Statistik mitteilt, wird 2026 eine unterdurchschnittliche Getreideernte von rund 5,6 Millionen Tonnen (t) erwartet. Gegenüber dem Vorjahr mit etwa 6,4 Millionen Tonnen ergibt sich ein deutlicher Rückgang von 12,7 Prozent. Auch im Vergleich zum langjährigen Mittel der Jahre 2020 bis 2025 (6,2 Millionen Tonnen) zeigt sich eine Minderung um 8,6 Prozent.
Rückgang bei Ertrag und Fläche im bayerischen Getreideanbau
Nach den bisher ausgewerteten Ertragsmessungen wird für Bayern 2026 beim Getreide (ohne Körnermais und Corn‑Cob‑Mix) ein durchschnittlicher Hektarertrag von 64,1 Dezitonnen (dt/ha) erwartet. Das entspricht einem Rückgang von 10,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (71,7 dt/ha) und 4,5 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 (67,1 dt/ha).
Die bewirtschaftete Getreidefläche (ebenfalls ohne Körnermais und Corn‑Cob‑Mix) sinkt laut vorläufigem Ergebnis der „Erhebung der Bodennutzung landwirtschaftlicher Betriebe“ 2026 gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent – von 899 048 Hektar (ha) auf 878 672 ha. Im Vergleich zum langjährigen Mittel der Jahre 2020 bis 2025 (917 565 ha) ergibt sich ein Rückgang von 4,2 Prozent.
Flächenstärkste Getreidearten: Einbußen bei Winterweizen und Wintergerste
Winterweizen als die flächenstärkste Getreideart Bayerns erreicht 2026 voraussichtlich eine Erntemenge von rund 2,9 Millionen Tonnen. Dies entspricht einem Rückgang von 22,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr (rund 3,8 Millionen Tonnen). Die Anbaufläche von Winterweizen (einschließlich Dinkel und Einkorn) sinkt um 3,6 Prozent von 490 633 ha auf 473 114 ha. Der durchschnittliche Winterweizenertrag wird mit 70,1 dt/ha erwartet und liegt damit 9,2 Prozent unter dem Vorjahreswert (77,2 dt/ha).
Die voraussichtliche Erntemenge der Wintergerste liegt mit rund 1,40 Millionen Tonnen 2,0 Prozent unter dem Wert des Jahres 2025 (1,43 Millionen Tonnen). Die Anbaufläche steigt gleichzeitig um 6,1 Prozent von 192 168 ha auf 203 872 ha. Der Hektarertrag liegt bei 68,8 dt/ha, was einem Rückgang von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (74,5 dt/ha) entspricht, jedoch 1,9 Prozent über dem langjährigen Mittel der Jahre 2020 bis 2025 (67,5 dt/ha) liegt.
Deutliche Verluste auch bei der Sommergerste
Die voraussichtliche Erntemenge bei der Sommergerste liegt 2026 bei rund 0,37 Millionen Tonnen. Gegenüber dem Vorjahr (0,48 Millionen Tonnen) entspricht dies einem Rückgang von 22,7 Prozent. Auch im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 (0,44 Millionen Tonnen) ergibt sich ein Minus um 16,1 Prozent. Die Anbaufläche geht gegenüber 2025 um 13,8 Prozent zurück – von 85 037 ha auf 73 273 ha. Daraus ergibt sich ein Hektarertrag von 50,1 dt/ha, der 10,3 Prozent unter dem Vorjahreswert (55,9 dt/ha) liegt.
Winterraps: Konstante Erntemenge, deutlicher Flächenzuwachs
Die Winterrapsernte 2026 bleibt mit rund 0,43 Millionen Tonnen stabil gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 (0,39 Millionen Tonnen) ergibt sich ein Plus von 8,1 Prozent. Die Anbaufläche steigt gegenüber 2025 um 1,8 Prozent von 117 453 ha auf 119 575 ha. Gegenüber dem langjährigen Mittel der Jahre 2020 bis 2025 (104 017 ha) zeigt sich ein deutlicher Zuwachs von 15,0 Prozent. Der durchschnittliche Hektarertrag geht hingegen zurück: Er sinkt gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozent von 36,4 dt/ha auf 35,7 dt/ha.
Getreideernte im 30-Jahres-Vergleich: Drittschlechtester Wert seit 1996
Mit einer prognostizierten Erntemenge von 5,6 Millionen Tonnen reiht sich das Jahr 2026 als drittschlechteste Getreideernte seit 1996 ein. Schlechtere Ergebnisse wurden lediglich im Jahr 2024 (5,47 Millionen Tonnen) und im Jahr 2003 (5,49 Millionen Tonnen) verzeichnet.
Die ertragsstärksten Jahre waren hingegen in den Jahren 2004 mit 7,9 Millionen Tonnen, 2014 mit 7,8 Millionen Tonnen sowie 2015 mit 7,3 Millionen Tonnen.
Witterungseinflüsse auf Getreideernte 2026
Das Frühjahr verlief überwiegend mild und trocken, lediglich kurze kühle Phasen und regionale Spätfröste unterbrachen die Witterung. Im weiteren Verlauf prägten ausgeprägte Hitzeperioden sowie anhaltende Trockenphasen die Saison. Aufgrund der ausbleibenden Niederschläge reiften die Bestände schneller ab, sodass die Getreideernte in vielen Regionen früher als üblich begann.
Hinweise:
Regionalisierte Daten stehen nicht zur Verfügung.
Mehr Ergebnisse enthält der Statistische Bericht, der (voraussichtlich) im Februar 2027 erscheint:
„Ernte der Feldfrüchte und des Grünlandes / Totalerhebung 2026“ (Bestellnummer: C2103C 202651).
