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Pressemitteilung zur Flächennutzung

256/2026/33/A
Fürth, den 17. September 2026

Flächennutzung in Bayern: Durchschnittlicher Flächenverbrauch im Jahr 2025 beläuft sich auf 8,0 Hektar pro Tag

12,4 Prozent der Flächen dienen Siedlung und Verkehr

Mit einem Anteil von 45,9 Prozent wird Ende 2025 knapp die Hälfte der Gesamtfläche Bayerns landwirtschaftlich genutzt. Ein weiteres gutes Drittel besteht aus Wald (35,4 Prozent). 876 779 Hektar bzw. 12,4 Prozent der Fläche Bayerns dienen Siedlungs- und Verkehrszwecken.

Wie die Sachverständigen des Bayerischen Landesamts für Statistik weiter mitteilen, nimmt die Siedlungs- und Verkehrsfläche binnen Jahresfrist um 2 908 Hektar bzw. 0,3 Prozent zu. Der tägliche Flächenverbrauch liegt bei durchschnittlich 8,0 Hektar pro Tag. Im Jahr zuvor waren es 9,8 Hektar.

Fürth. Wie das Fachteam des Bayerischen Landesamts für Statistik nach aktuellen
Auswertungen des Liegenschaftskataster-Informationssystems (ALKIS) der bayerischen Vermessungsverwaltung mitteilt, beläuft sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Bayern zum Stichtag 31. Dezember 2025 auf 876 779 Hektar (ha), das sind 12,4 Prozent der bayerischen Landesfläche (70 542 km²). Gegenüber dem Vorjahr nimmt die Siedlungs- und Verkehrsfläche um 2 908 ha bzw. 0,3 Prozent zu. Das bedeutet, dass in Bayern im Jahr 2025 im Durchschnitt jeden Tag eine Fläche von 8,0 ha – das entspricht in etwa der Fläche von 11 Fußballfeldern
(105 m x 68 m) – zusätzlich für Siedlungs- und Verkehrszwecke in Anspruch genommen wurde.

 - Öffnet große Ansicht

Da die Siedlungs- und Verkehrsfläche in erheblichem Umfang auch Grün- und Freiflächen umfasst, kann der Flächenverbrauch allerdings nicht mit Versiegelung (Überbauung, Betonierung, Asphaltierung o. a.) gleichgesetzt werden. So umfassen beispielsweise die dem Wohnbau oder der Industrie- und dem Gewerbe zugerechneten Flächen neben den bebauten auch alle zugehörigen (unbebauten) Freiflächen, wie zum Beispiel Hofräume, Spielplätze, Grünflächen oder Stellplätze.

899 Hektar mehr Wohnbauflächen
38,2 Prozent bzw. 334 588 ha der Siedlungs- und Verkehrsfläche in Bayern (ohne Bergbau und Tagebau/Grube/Steinbruch) entfallen auf Verkehrsflächen, also auf Straßen, Wege, Plätze, Schienen- und Luftverkehrsflächen sowie Flächen, die an Land den Schiffsverkehr betreffen.
Dies entspricht einem Anteil von 4,7 Prozent der Landesfläche Bayerns. Im Vorjahresvergleich nimmt die Verkehrsfläche minimal um 0,05 Prozent bzw. 160 ha zu. Im Jahr 2024 lag die Zunahme bei 133 ha. Dieser vergleichsweise geringe Anstieg ist auch auf eine Korrektur in der Erfassung von Flächen für Waldwege in den nordbayerischen Regierungsbezirken zurückzuführen. So hat die bayerische Vermessungsverwaltung sogenannte Rückegassen zur Waldbewirtschaftung, die auf Grund von Luftbildaufnahmen zunächst als Wegeflächen erfasst worden waren, überprüft und neu zugeordnet. Dies hat zu einem Rückgang in Höhe von 251 ha bei den Wegeflächen geführt.
Bereits im Vorjahr hatte sich durch ähnliche Korrekturen der Wert um 260 ha verringert.

 - Öffnet große Ansicht

Die Wohnbauflächen nehmen im Jahr 2025 um 899 ha bzw. 0,4 Prozent auf nun 227 609 ha zu.
Sie repräsentieren mehr als ein Viertel (26,0 Prozent) der Siedlungs- und Verkehrsfläche und
3,2 Prozent der Landesfläche insgesamt. Im Jahr 2024 lag der Zuwachs bei den Wohnbauflächen noch deutlich höher bei 1 233 ha. Dies korrespondiert mit der Statistik der Baufertigstellungen. Wurden im Jahr 2024 noch 18 572 neu errichtete Wohngebäude gezählt, sind es 2025 nur noch 15 206.

42 Prozent des Zuwachses an Siedlungs- und Verkehrsfläche gehen auf
Freiflächen-Photovoltaikanlagen zurück

Industrie- und Gewerbeflächen wachsen im Jahr 2025 um 1 764 ha bzw. 1,7 Prozent auf einen Wert von 102 663 ha. Diese Flächen machen einen Anteil von 1,5 Prozent der Gesamtfläche Bayerns aus. Fast drei Viertel des Zuwachses (1 280 ha) entfallen auf sogenannte „Versorgungsanlagen“, unter denen auch die Flächen zur Erzeugung erneuerbarer Energien erfasst werden. Allein die Fläche für Photovoltaikanlagen auf Freiflächen nimmt binnen Jahresfrist um 1 222 ha zu und hat nun einen Anteil von 0,2 Prozent an der gesamten Landesfläche. Somit geht im Jahr 2025 auch fast die Hälfte (42,0 Prozent) des Zuwachses an Siedlungs- und Verkehrsfläche in Bayern auf Photovoltaikanlagen auf Freiflächen zurück. In Summe entfallen auf die Nutzungsarten „Industrie und Gewerbe“, „Handel und Dienstleistung“, „Versorgungsanlage“ und „Entsorgung“ 11,7 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsfläche.

146 Hektar weniger für Sport, Freizeit und Erholung
Eine Abnahme, und zwar um 146 ha (-0,3 Prozent), verzeichnen die Statistiker bei den Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen, die ebenfalls zu den Siedlungs- und Verkehrsflächen gezählt werden. Dies liegt vor allem an einer Korrektur der Vermessungsverwaltung bei den Flächen für Grünanlagen, die durch Hinweise der zuständigen Grünflächen- und Parkverwaltungen auf Grund vorwiegend forstwirtschaftlicher Nutzung künftig der Nutzungsart Wald zugerechnet werden. Insgesamt entfallen 6,5 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsfläche und 0,8 Prozent der Fläche Bayerns auf diese Nutzungsart.

Der Anteil der Flächen gemischter Nutzung (Wohnen und Gewerbe) an der Siedlungs- und Verkehrsfläche bleibt bei 13,8 Prozent, das entspricht 1,7 Prozent der Gebietsfläche Bayerns.
Diese Flächen nahmen im Jahr 2025 geringfügig um 122 ha (+0,1 Prozent) zu.

Die ebenfalls zu den Siedlungs- und Verkehrsflächen gehörenden Friedhöfe, Halden und Flächen „besonderer funktionaler Prägung“ (Flächen mit öffentlichen Gebäuden, historische Anlagen u. ä.) nehmen zwischen Ende 2024 und Ende 2025 um 110 ha (+0,3 Prozent) auf insgesamt 34 165 ha zu. Ihr Anteil an der Siedlungs- und Verkehrsfläche liegt Ende 2025 bei rund 3,9 Prozent und macht 0,5 Prozent der Fläche Bayerns aus.

Regionalvergleich: Oberbayern mit höchstem – Oberfranken mit niedrigstem Flächenverbrauch
In den Regierungsbezirken liegt der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der jeweiligen Gesamtfläche zwischen 11,1 Prozent (Oberpfalz) und 14,2 Prozent (Mittel-franken). Den insgesamt deutlichsten Zuwachs an Siedlungs- und Verkehrsfläche gibt es im Jahr 2025 mit einem Plus von 0,8 Prozent (913 ha insgesamt) in Niederbayern. Den geringsten Zuwachs errechnen die Statistiker mit 0,1 Prozent (85 ha insgesamt) für den Regierungsbezirk Oberfranken. In absoluten Zahlen weist Oberbayern mit 603 ha (+0,3 Prozent) den zweitgrößten Flächenverbrauch auf. Auf den Plätzen drei und vier folgen Schwaben mit einer absoluten Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche von 440 ha (+0,4 Prozent) und die Oberpfalz mit 395 ha (+0,4 Prozent).


Hinweise:
Mehr Ergebnisse enthält der Statistische Bericht, der (voraussichtlich) in KW 39 erscheint:
„Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung in Bayern zum Stichtag 31. Dezember 2025“ (Bestellnummer: A5111C 202500).