Auf einen Blick


Geschichte des Landesamts

 
Am 1. Oktober 1808 wurde im Bayerischen Außenministerium das "Statistisch topographische Bureau" gegründet und im Innenministerium eine Polizei-Sektion eingerichtet, die sich ebenfalls mit Statistik befasste.

 
Mit diesen beiden Vorläufer-Einrichtungen des Amts - die nach wenigen Jahren zum Statistischen Bureau vereinigt und dem Innenministerium unterstellt wurden – begann die amtliche Statistik in Bayern.

 
Aufgrund ihrer wachsenden Bedeutung für die gesamte staatliche Verwaltung und die Regierung wird das Bureau 1850 zum "Königlich Statistischen Bureau", einer eigenständigen Behörde mit eigenem Etat und Dienstsiegel, aufgewertet.

 
Wie es weiterging, welche Aufgaben der amtlichen Statistik im Lauf der Jahrhunderte übertragen wurden und welche Standorte das Landesamt in dieser Zeit innehatte, wurde in der Festschrift "200 Jahre amtliche Statistik in Bayern – 1808 bis 2008" zusammengestellt.

 
Neben diesen reich bebilderten Textbeiträgen enthält der Band auch Beispiele frühester Statistiken und zahlreiche Faksimile aus dem Bestand der Amtsbibliothek – die übrigens die größte Spezialbibliothek Deutschlands für statistische Fachliteratur ist – sowie dem Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek.

 
Beschrieben ist in der Festschrift von 2008 auch die Entwicklung hin zum IuK-Dienstleister der bayerischen Staatsverwaltung mit angegliedertem Rechenzentrum Süd. Der Bereich IuK/Rechenzentrum Süd wurde zum 1. Januar 2014 aus dem Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung herausgelöst und ist nun als IT-Dienstleistungszentrum des Freistaats Bayern (IT-DLZ Bayern) in das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung integriert.

 
Festschrift "200 Jahre amtliche Statistik in Bayern" ( Teil 1, Teil 2 ) als PDF-Datei zum Download.




Zeittafel



1766

Kohlbrenners (1728 - 1783) „Churbaierische Intelligenzblätter“ enthalten u.a. bereits frühe bayerische „Preisstatistiken“.

 

1770

Einwohnerbeschreibung von München.

 

1771

Johann Nepomuk Joseph von Dachsberg (1733 - 1798) leitet die 1771 angeordnete allgemeine Beschreibung des Real- und Personalstandes in Bayern, bekannt als „Dachsbergsche Volksbeschreibung“ (1771 - 1781).

 

1794

Bevölkerungsaufnahme und Viehzählung laut Generalmandat vom 2.4.1794. Die Ergebnisse werden in Joseph von Hazzis (1768 - 1845) „Statistische Aufschlüsse über das Herzogthum Baiern“ veröffentlicht.

 

1800

Gründung der „Commission des routes“, einer Unterabteilung des französischen statistischen Bureaus, im Schloß Nymphenburg durch General Decaen. Napole­on fordert eine „astronomisch und topographisch richtige Karte“ von Bayern.

 

1801

Gründung des Bureaus de Catastre (30.4.1801) und des Topographischen Bureaus aus der Commission des routes (19.6.1801).

 

1806

Bayern wird Königreich. Gründung des Bayerischen Innenministeriums. Graf Mon­tegelas (1759 - 1838) – bisher und weiterhin Außenminister – wird in Personalunion Innenminister, ab 1809 auch Finanzminister. Die Zeitschrift „Königlich Baierisches Regierungsblatt“ beginnt mit der Herausgabe von Statistiken.

 

1807

Johann Daniel Albrecht Hoeck (1763 - 1839) publiziert 1807 seine „Statistische Darstellung der Königlich-Baierischen Staaten“.

 

1808

Beginn der amtlichen Statistik in Bayern:
Im Außenministerium wird am 1. Oktober 1808 das Statistisch-topographische Bureau gegründet, im Innenministerium am selben Tag eine Polizei-Sektion, die sich ebenfalls mit Statistik befasst. Beide Einrichtungen sammeln die von lokalen Behörden gelieferten Daten und fassen sie zu einem gesamtbayerischen Ergebnis zusammen.

 

1809

Erste Montgelas-Zählung (Jahresbericht über das Verwaltungsjahr 1809/10) gemäß Allerhöchster Entschließung vom 27.9.1809.

 

1810

Aufgrund der Allgemeinen Verordnung vom 25.7.1810 unterliegt die Herausgabe von bayerischen Landkarten und statistischen Tabellen der Genehmigungspflicht durch den König (militärische Geheimhaltung von Topographie und Statistik im Vorfeld des Napoleonischen Russlandfeldzugs). Mehrere Ministerialentschließungen des Innenministeriums regeln die Form der statistischen Tabellen für die Jah­resberichte.

 

1812

Zweite Montgelas-Zählung (Jahresbericht über das Verwaltungsjahr 1811/12) gemäß Ministerial-Entschließungen vom 10.10. und 15.12.1812.

 

1813

Joseph Ernst Ritter von Koch-Sternfeld (1778 - 1866) wird durch Ministerialentschließung vom 22.8.1813 eigens für den statistischen Teil in das Statistisch-topo­graphische Bureau im Ministerium des Kgl. Hauses und des Äußern berufen.

 

1815

Koch-Sternfeld errichtet ein eigenes Statistisches Bureau im Ministerium des Königlichen Hauses und des Äußeren mit zwei Hilfskräften.

 

1817

Feldmarschall Wrede vereinigt am 28.3.1817 das topographische Bureau mit dem Ingenieur-Geographen-Bureau (Kriegsministerium). Trennung von Statistik und Topographie. Auflösung des Statistischen Bureaus im Ministerium des Äußern am 31.3.1817. Die Akten kommen ins Ministerium des Innern. Die Herstellung einer vollständigen Statistik des Königreichs wird mit Verordnung vom 15.4.1817 dem Wirkungsbereich des Ministeriums des Innern überwiesen. Zuständig im Staatsministerium des Innern ist das Erste Referat unter Ministerialrat Johann Heinrich von Lu(t)z (1764 - 1839).

 

1819

Einführung eines weiteren statistischen Bureaus durch Finanzminister Maximilian Emanuel Graf von Lerchenfeld (1778 - 1843) im Finanzministerium unter der Leitung des Landtagsabgeordneten und Universitätsprofessors Dr. Ignatz von Rud­hart (1790 - 1838), des späteren griechischen Ministerpräsidenten.

 

1821

Die drei Königlich-Baierischen Ministerial-Räthe im Finanzministerium Roth, Barth und Rudhart geben mit der „Baierischen Wochenschrift“ die Zeitschrift für statistische Ergebnisse heraus (1822 wieder eingestellt).

 

1825

Lerchenfelds Nachfolger im Finanzministerium Graf Armansperg (1787 - 1853) löst das Statistische Bureau im Finanzministerium auf. Im Innenministerium ist Ministerialrat Arnold von Mieg (1778 - 1842) für die Statistik des Landes zuständig.

 

1826

Erste Mortalitaets-Tafel für Baiern von Obergeometer Dismas A. Gebhard.

 

1833

Bislang irrtümlich aufgrund einer Erwähnung in der Ministerialentschließung vom 7.10.1833 vermutete Gründung des Statistischen Bureaus. Professor Dr. Franz von Berks (1792 - 1873) wird um 1833 auf Wunsch von Staatsminister Fürst Ludwig von Oettingen-Wallerstein (1791 - 1870) mit der Leitung des Statistischen Bureaus betraut. Das Bureau ist zu dieser Zeit im Theatinergebäude untergebracht. Es hatte vermutlich zwei Beschäftige, nämlich von Berks und den Büroboten Jo­hann Müller. Das Bureau verblieb dort bis 1864.

 

1834

Erste Unionsvolkszählung im Dezember 1834 innerhalb des Deutschen Zollver­eins als Grundlage für die Verteilung der Zolleinnahmen (bis 1867 im Turnus von drei Jahren).


1838


Berufung einer „Commission für Vorschläge über die Verbesserung der Statistik betreffend“ lt. Ministerialentschließung des Innern vom 23.6.1838.


Dr. Franz von Berks scheidet zum 11.10.1838 aus dem Ministerium des Innern und damit aus dem Statistischen Bureau aus.

 

1839

Dr. Friedrich Benedikt Wilhelm von Hermann (1795 - 1868) übernimmt am 6.8.1839 nach eigener Aussage die Leitung des Statistischen Bureaus (vgl. Vorwort im Bd. 1 der „Beiträge zur Statistik Bayerns“).

 

1840

Dr. Friedrich Benedikt Wilhelm von Hermann wird zum 21.11.1840 zum Vorstand des Statistischen Bureaus und zum Ministerialreferenten im Ministerium des Innern ernannt. Herausgabe des Katasters der Ortschaften, Bevölkerung und Gebäude.

 

1847

Erste Gewerbezählung seit den Montgelas-Statistiken.

 

1848

Das Statistische Bureau wird lt. Königlich Allerhöchster Verordnung vom 11.11.1848 ab 1.12.1848 dem neu errichteten Staatsministerium des Handels und der öffent­lichen Arbeiten unterstellt (Reg. Bl. Nr. 61, Spalte 1105).

 

1849

Ludwig Freiherr von der Pfordten (1811 - 1880), Staatsminister des Handels und der öffentlichen Arbeiten, fordert von Hermann Vorschläge für die Erweiterung der Tätigkeit des Statistischen Bureaus und den Druck der vorliegenden Bevölke­rungsstatistiken.

 

1850

Das Statistische Bureau wird lt. Geschäftsnote des Handelsministeriums vom 31.10.1850 zum Königlich Statistischen Bureau, einer selbständigen Behörde mit eigenem Geschäftsverkehr, Siegel und Etat. Beginn der Veröffentlichung der „Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern“.

 

1857

Als Folge der Cholera-Epidemie von 1854 beginnt die statistische Erfassung des Gesundheitswesens in Bayern.

 

1858

Erstes Gemeindeverzeichnis aus den Daten der Volkszählung 1855.

 

1860

Königliches Handschreiben Maximilians II. (1811 - 1864) vom 5.3.1860 über die Einsetzung eines höheren Betrags im Budget zur besseren Ausstattung des Statistischen Bureaus.


1868


Dr. Friedrich Benedikt Wilhelm von Hermann stirbt am 23.11.1868. Sein Vertreter Dr. Georg Mayr (1841 - 1925) übernimmt kommisarisch die Leitung des Statistischen Bureaus.


1869


Reorganisation der amtlichen Statistik und Koordination der Publikationen mit anderen statistischen Bureaus im Rahmen der neu gegründeten „Statistischen Centralcommission“. Dr. Georg Mayr wird zum 1.2.1869 Vorstand des Königlich Bayerischen Statistischen Bureaus. Gründung der „Zeitschrift des Königlich Bayerischen Statistischen Bureau“.


1871


Gründung des Deutschen Kaiserreichs. Ludwig II. (1845 - 1886) löst mit Verordnung vom 1.12.1871 das Staatsministerium des Handels und der öffentlichen Arbeiten auf. Das Statistische Bureau kommt zum Innenministerium zurück (Reg. Bl. Nr. 79, Spalte 1833). Erstmals Erfassung der Ernteergebnisse in Bayern.

 

1872

In Berlin wird am 23.7.1872 das Kaiserliche Statistische Amt gegründet. Auf dem 8. Internationalen Statistischen Kongreß in St. Petersburg stellt Mayr die neue Me­thode der „geographischen Statistik“ und des Kartogramms vor.

 

1875

Gründung des Statistischen Bureaus der Stadt München.

 

1876

Erste Lieferung von „Statistischer Abriss über das Königreich Bayern“ als Vorläufer des Statistischen Jahrbuchs.

 

1879

Dr. Georg Mayr wird geadelt und geht als Unterstaatssekretär der Abteilung Finanzverwaltung des Deutschen Reichs nach Straßburg. Der Staatsrechtler Dr. Max von Seydel (1846 - 1901) übernimmt zum 16.10.1879 die Leitung (Vorstand) des Königlich Bayerischen Statistischen Bureaus.

 

1880

Erstmals Ergebnisse über die Zwangsversteigerungen landwirtschaftlicher Anwesen (bis 1932 jährlich fortgeführt).

 

1881

Der Vorstand des Statistischen Bureaus Dr. Max von Seydel scheidet am 16.10.1881 aus dem Statistischen Bureau aus. Die Leitung des Königlich Bayerischen Statis­tischen Bureaus wird zu einem Nebenamt. Sie wird Dr. Ludwig August von Mül­ler (1846 - 1895) am 24.10.1881 übertragen. Es kommt zu Einsparmaßnahmen und einem Abbau der Landesstatistik. Das Königlich Statistische Bureau wird im Staatsratsgebäude in der Promenadestraße untergebracht.

 

1883

Amtliche Telephonsprechstelle des Königlich Statistischen Bureaus im Verzeichnis der Sprechstellen Nr. 1 mit der Telefonnummer 55.

 

1886

Erste Herausgabe der Erkrankungen und Todesfälle an Pocken (ab dann jährliche Reichs- und Landesstatistik).

 

1887

Der Vorstand des Statistischen Bureaus, Dr. Ludwig August von Müller, scheidet aus dem Königlich Statistischen Bureau aus. Carl Rasp (1848 - 1927) übernimmt am 1.3.1887 die Leitung des Königlich Statistischen Bureaus (im Nebenamt).

 

1890

Dr. Georg von Mayr bringt am 6.8.1890 den 1. Halbband der Zeitschrift „Allgemeines Statistisches Archiv“ heraus.

 

1891

Das Königlich Bayerische Statistische Bureau zieht in die Lerchenfeldstraße 1 in München, in ein neu errichtetes Gebäude am Standort der heutigen Archäologischen Staatssammlung, um. Im Rahmen dieses Umzugs erhält es auch erstmals eine eigene Bibliothek.

 

1892

Heft 57 der „Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern“ enthält eine statistische Untersuchung über die Influenza-Epidemie des Jahres 1889/90 in Bayern, und zwar über den Krankheitsverlauf und die Ansteckungswege.

 

1894

Erste Ausgabe des „Statistischen Jahrbuchs für das Königreich Bayern“. Die Veröffentlichung ist jährlich geplant, erscheint aber ab 1901 in einem zweijährlichen Turnus.

 

1896

Dr. Max Proebst (1857 - 1906) tritt am 1.1.1896 sein Amt als Vorstand des Königlich Bayerischen Statistischen Bureaus im Nebenamt an.

 

1901

Beginn der jährlichen Taubstummenstatistik.

 

1902

Dr. Max Proebst (seit 1902 Ritter von) scheidet aus dem Königlichen Statistischen Bureau aus, bleibt aber Staatsrat im Ministerium des Innern.


Karl Trutzer (1853 - 1909) wird am 13.8.1902 zum Vorsteher des Königlich Bayerischen Statistischen Bureaus ernannt – nunmehr wieder hauptamtlich.

 

1904

Seit dem „Schuljahr 1904/05“ wird das Frauenstudium an den drei bayerischen Landesuniversitäten München, Würzburg und Erlangen statistisch erfasst.

 

1907

Ausscheiden von Ministerialrat Karl Trutzer zum 16.10.1907. Der vormalige zweite Bürgermeister der Stadt Düsseldorf, Professor Dr. jur., Dr. phil., Dr. rer. pol. h. c. Friedrich Wilhelm Karl Theodor Zahn (1869 - 1946), übernimmt am 1.11.1907 die Leitung des Königlich Bayerischen Statistischen Bureaus. Die Sammlung und Be­kanntgabe der statistischen Daten wird beschleunigt. Die Veröffentlichung erfolgt in einer dem Nichtfachmann verständlicheren Form. Bayerische Krüppelzählung (einmalige Landesstatistik).

 

1908

Erstmals Molkereierhebung, Amtliches Marktverzeichnis, Jagdstatistik und Erhebung der Ehescheidungen.

 

1909

Das „Königlich Bayerische Statistische Bureau“ wird zum 1.1.1909 umbenannt in „Königlich Bayerisches Statistisches Landesamt“. Die Bezeichnung des Leiters ändert sich von „Vorstand“ zu „Direktor“. Der Statistische Beirat tritt an die Stel­le der Statistischen Centralcommission.


Erhebung der Arbeiterwanderungen aus und nach Bayern auf Basis der Quittungskarten der bayerischen Versicherungsanstalten.

 

1911

Am 17.6.1911 findet in Dresden die konstituierende Sitzung der Deutschen Statistischen Gesellschaft statt. Den Vorsitz übernimmt Prof. Dr. Georg von Mayr. Die bereits 1890 von ihm gegründete Zeitschrift „Allgemeines Statistisches Archiv“ wird offizielles Organ der Gesellschaft.

 

1912

Die Anweisung des preußischen Innenministeriums, Untersuchungen über die Ursachen des Geburtenrückgangs durchzuführen, löst in den nachfolgenden Jahren deutschlandweit zahlreiche statistische Studien zu diesem Thema aus.

 

1913

Dr. Georg von Mayr wird zum 6.12.1913 Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Erstmals Fremdenverkehrsstatistik und Statistik über Maul- und Klauenseuche.

 

1914

Beginn des Ersten Weltkriegs. Dr. Friedrich Zahn wird neben Dr. Georg von Mayr Mitherausgeber der Zeitschrift „Allgemeines Statistisches Archiv“.

 

1915

Im Landesamt wird eine Landesvermittlungsstelle für den Verkehr mit Brotgetreide und Mehl und eine Landespreisprüfungsstelle für Lebensmittelpreise errichtet.

 

1916

Bei der Polizeidirektion München entsteht ein Bayerisches Kriegswucheramt.

 

1917

Dem Vorstand des Königlich Bayerischen Statistischen Landesamts, Dr. Friedrich Zahn, wird im August der Titel „Königlicher Präsident“ verliehen.

 

1918

Ende des Ersten Weltkriegs und des Königreichs Bayern. Erste Wohnungszählung in Bayern und im gesamten Deutschen Reich.

 

1919

Das Königlich Bayerische Statistische Landesamt bezeichnet sich ab Januar 1919 nur noch als Bayerisches Statistisches Landesamt. Die Landespreisprüfungsstel­le wird um die Betriebsrevisionsabteilung des Kriegswucheramts erweitert und mit der Amtsbezeichnung „Bayerische Landespreisstelle“ versehen; sie verbleibt unter dem Vorsitz von Präsident Dr. Zahn.

 

1924

Das Dienstgebäude in der Lerchenfeldstraße 1 in München wird aufgestockt. Die Landesvermittlungsstelle für den Verkehr mit Brotgetreide und Mehl wird aufgehoben.

 

1925

Präsident Dr. Friedrich Zahn wird Mitglied des Kartellgerichts, Alleinherausgeber des „Allgemeinen Statistischen Archivs“ und Vorsitzender der Deutschen Statistischen Gesellschaft. Reichsgebrechlichenzählung (föderierte Reichsstatistik).

 

1926

Die Landespreisstelle wird zum 1.4.1926 in das Statistische Landesamt eingegliedert.

 

1927

Präsident Dr. Friedrich Zahn wird zum Vizepräsidenten und 1930 zum Präsidenten des Internationalen Statistischen Instituts gewählt.

 

1929

Einmalige Reichserhebung der Einrichtungen der öffentlichen Wohlfahrtspflege zum Schutze von Mutter und Kind.

 

1931

Präsident Dr. Friedrich Zahn wird zum 10.3.1931 zum Landeswahlleiter bestellt (Art.1 Ziff.1 des Gesetzes zur Änderung des Wahlgesetzes vom 10.3.1931, GVBl S. 124). Die seit 1931 jährlich erhobene Krankenanstaltsstatistik ersetzt nunmehr die seit 1875 bis 1930 jährlich geführten statistischen Erhebungen über die Heilanstalten.

 

1933

Ende der Weimarer Republik. Adolf Hitler wird Reichskanzler. Die Volks-, Berufs- und Betriebszählung von 1933 enthält u.a. die Frage nach dem Geburtsort als Grundlage für ein noch zu gründendes Reichssippenamt und ein Sippenkataster. Sonderauszählung der Bürger mit jüdischer Konfession. Erstmaliger Einsatz einer Hollerith-Maschine zur Datenaufbereitung beim Statistischen Reichsamt (zentrale Aufbereitung).

 

1939

Beginn des Zweiten Weltkriegs. Im Alter von 70 Jahren wird Präsident Dr. Friedrich Zahn am 31.1.1939 mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet und in den Ruhe­stand versetzt. Sein Nachfolger im Amt wird der bisherige Direktor im Statistischen Reichsamt Dr. Friedrich Burgdörfer (1890 - 1967). Einrichtung einer Abteilung für Wirtschaftsbeobachtung im Statistischen Landesamt. Ebenfalls wird eine Haus­druckerei mit Photo- und Vervielfältigungsgeräten in Betrieb genommen. Volks-, Berufs- und Betriebszählung mit Ergänzungskarte über Abstammung und Vorbil­dung. Auszählung der Juden im Sinne der „Nürnberger Gesetze“.

 

1942

Erstmals Bayerische Gemeinde- und Kreisstatistik mit Daten der Volkszählung 1939 in acht Bänden.

 

1943

Erste Pendlerstatistik aus den Daten der Volkszählung 1939.

 

1944

Das Amtsgebäude des Bayerischen Statistischen Landesamts an der Lerchenfeldstraße 1 in München wird am 24.4.1944 bei einem Bombenangriff zerstört und brennt vollständig aus. Daraufhin wird das Landesamt auf 12 Zweigstellen in Mün­chen und Fürstenfeldbruck aufgeteilt.

 

1945

Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Bayerische Statistische Landesamt setzt seine Tätigkeit am 7.5.1945 im vollen Umfang fort. Von der amerikanischen Militärregierung werden neue Statistiken – darunter monatliche Ernteerhebungen, eine Fort­schreibung der Bevölkerung auf Basis der Lebensmittelkarten sowie eine Woh­nungsbestandsaufnahme – in Auftrag gegeben. Überleitung manueller Aufberei­tungstechniken auf das Lochkartenverfahren. Einsatz von Lochkartenmaschinen. Präsident Dr. Friedrich Burgdörfer wird zum 15.10.1945 aus dem Amt entlassen. Die kommissarische Leitung des Hauses übernimmt der Hausjurist Oberregie­rungsrat Dr. Meinrad Hagmann (1892 - 1985).

 

1946

Dr. Karl Wagner (1893 - 1963) war bis 1941 Mitarbeiter des Statistischen Reichsamts und übernimmt am 12.2.1946 die kommissarische Leitung des Statistischen Landesamts (ab 1947 Präsident). Dr. Meinrad Hagmann wird Bayerns erster Landeswahlleiter nach dem Krieg. Anwendung des Stichprobenverfahrens in Bayern bei der Vorwegaufbereitung der Volkszählung 1946.

 

1947

Das Landesamt wird mit der Leitung der Registrierung der Kriegsgefangenen, Zivilinternierten im Ausland und Vermissten beauftragt. Neben der Bibliothek entsteht ein Wirtschaftsarchiv zur Sammlung wirtschaftsstatistischer Zeitreihen. Die verschiedenen Außenstellen werden zum größten Teil in der Polizeikaserne in der Rosenheimer Str. 130 in München zusammengefasst. Im Januar erscheint das erste Heft der Monatszeitschrift „Bayern in Zahlen“, vormals seit Oktober 1945 “Mitteilungen des Bayerischen Statistischen Landesamts“.

 

1948

Präsident Dr. Karl Wagner wird Vorsitzender der Deutschen Statistischen Gesellschaft und zugleich Mitglied des Internationalen Statistischen Instituts.

 

1949

Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Präsident Dr. Karl Wagner wird zum 24.1.1949 Vorstandsvorsitzender des von ihm neugegründeten Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (Ifo-Institut München).


Erste Ausgabe der neuen Reihe „Statistisches Taschenbuch für Bayern“ (1966 wieder eingestellt).


In München wird die „Bayerische Arbeitsgemeinschaft für Raumforschung“ gegründet. Dr. Karl Wagner wird zu ihrem Vorsitzenden gewählt.


Durchführung der ersten Hand­werkszählung.

 

1950

Das „Statistische Amt des Vereinigten Wirtschaftsgebietes beauftragt mit der Wahrnehmung der Statistik für Bundeszwecke“ wird unter Leitung von Dr. Gerhard Fürst am 1.4.1950 in „Statistisches Bundesamt“ umbenannt. Erstes bayerisches Schaubilderheft mit dem Titel „Leben und Sterben in Bayern“.


Beginn der Volks­wirtschaftlichen Gesamtrechnungen.

 

1953

Bei der 2. Bundestagswahl wird in Bayern erstmals die repräsentative Wahlstati­stik eingeführt. Das Gesetz über die Statistik für Bundeszwecke (StatGes) wird am 3.9.1953 erstmals verkündet.

 

1954

Dr. Karl Wagner gibt unter dem Titel „Jahrbuch der Welt“ eine deutsche Ausgabe von „The Statesman‘s Year-Book“ heraus. Das ehrgeizige Projekt wird nach dem ersten Erscheinen wieder eingestellt.

 

1955

Umbenennung des Informationsdienstes in Statistische Berichte. Erstmalige Berechnung des Schlüssels für den Finanzausgleich zwischen Staat, Gemeinden und Gemeindeverbänden durch das Landesamt.

 

1956

Ende Januar/Anfang Februar 1956 Einzug in die sogenannte Alte Akademie in der Neuhauser Straße in München. Einsatz der elektroni­schen Statistikmaschine IBM Type 101.

 

1957

Einführung des Mikrozensus.

 

1959

Präsident Dr. Karl Wagner (1893 - 1963) tritt in den Ruhestand. Die kommissarische Leitung des Hauses übernimmt Richard Schachtner.


Einrichtung eines Pressere­ferats.


Am 11.6.1959 wird der Gemeinsame Statistische Dienst zum Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaft (SAEG) und 1972 zu Eurostat umbenannt.

 

1960

Richard Schachtner (1902 - 1961) wird am 28.7.1960 Präsident des Bayerischen Statistischen Landesamts und zugleich neuer bayerischer Landeswahlleiter.


Erste Handels- und Gaststättenzählung im Herbst 1960.


Vereinbarung der Verbundprogrammierung zwischen den statistischen Landesämtern.

 

1961

Präsident Richard Schachtner stirbt am 30.8.1961 während einer Sitzung des Landeswahlausschusses. Der Kirchen- und Verwaltungsrechtler Dr. Alban Haas (1904 - 1977) wird zum 14.12.1961 neuer Präsident des Bayerischen Statistischen Landesamts und zugleich auch Landeswahlleiter. Erstmaliger Einsatz einer elek­tronischen Datenverarbeitungsanlage (IBM 1401 mit 4000 Kernspeicherstellen).

 

1966

Einführung einer repräsentativen Wahlstatistik zum Wahlverhalten bei den bayerischen Landtagswahlen.

 

1967

Erstmals EWG-weite Zählung: Repräsentative Strukturerhebung in der Landwirtschaft.

 

1968

Amtsleitung und Personalrat gründen das Sozialwerk für die Beschäftigten des Bayerischen Statistischen Landesamts.


1970


Dr. Günther Scheingraber (geb. 1921) löst Dr. Alban Haas am 1.1.1970 als Präsident des Statistischen Landesamts und als Landeswahlleiter ab. Gründung des Bayerischen Landesamts für Datenverarbeitung zum 1.9.1970 aufgrund des Ge­setzes über die Organisation der elektronischen Datenverarbeitung im Freistaat Bayern (EDVG) vom 12.10.1970. Einrichtung einer statistischen Datenbank beim Bayerischen Statistischen Landesamt.

 

1972

Veröffentlichung der Gemeindeschlüssel und der Daten zur bayerischen Gebietsreform vom 1.7.1972.

 

1975

Erstmals regelmäßige bundesweite Erhebungen zum Umweltschutz.

 

1978

Erstes bayerisches Datenschutzgesetz vom 28.4.1978. Gebäude- und Woh­nungsstichprobe ersetzt die 1975 aus Kostengründen ausgesetzte Vollerhebung des Gebäude- und Wohnungsbestands. Anschaffung eines Trommelplotters (Cal-Comp 1051).

 

1981

Präsident Dr. Günter Scheingraber tritt zum 31.5.1981 in den Ruhestand. Dr. Hans Helmut Schiedermaier (geb. 1925) wird am 1.9.1981 neuer Präsident des Bayeri­schen Statistischen Landesamts und zugleich auch bayerischer Landeswahlleiter. Zusammenlegung der „Zeitschrift des Bayerischen Statistischen Landesamts“ mit der Zeitschrift „Bayern in Zahlen“.

 

1982

Durch das Inkrafttreten des geänderten bayerischen EDVG wird das Landesamt für Datenverarbeitung zum 1.5.1982 eingegliedert. Der Amtsname ändert sich in Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung.

 

1983

Aussetzung der für den 27.4.1983 vorgesehenen Volkszählung am 13.4.1983 durch das Bundesverfassungsgericht. Im Urteil vom 15.12.1983 wird das Recht auf informationelle Selbstbestimmung eingeführt. Erstmals Statistischer Informationsdienst auf Gemeindeebene.

 

1984

Bayerische Daten im Bildschirmtext (Btx-System). Erster Einsatz eines Arbeitsplatz-Computers (APC): IBM Personal Computer AT.

 

1987

Gesetz über die Statistik für Bundeszwecke (Bundesstatistikgesetz-BStatG) vom 21.1.1987.

 

1990

Bayerisches Statistikgesetz (BayStatG) vom 10.8.1990. Präsident Dr. Hans Helmut Schiedermeier tritt im Dezember in den Ruhestand.

 

1991

Ernennung des langjährigen Vizepräsidenten Rudolf Giehl (geb. 1930) am 18.3.1991 zum Präsidenten des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung.

 

1992

Der Bayerische Ministerrat beschließt die teilweise Verlagerung des Landesamts nach Schweinfurt.

 

1995

Verabschiedung von Präsident Rudolf Giehl am 23.10.1995. Das „Statistische Jahrbuch für Bayern“ erscheint jährlich. Wolfgang Kupfahl (geb. 1938) wird Präsident des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung. Beginn der Tätigkeit des Landesamts bei den ressortübergreifenden Vorhaben der Vernetzung wie Corporate Network, Elektronischer Mitteilungsdienst und Elektronische Post.

 

1996

Grundsteinlegung für die neue Außenstelle des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung in Schweinfurt am 20.11.1996. Aufbau des Bayeri­schen Behördennetzes. Erster Auftritt des Landesamts im World Wide Web am 4.12.1996. Erstmals Kreisdaten für die ganze Bundesrepublik auf Diskette („Sta­tistik Regional“).

 

1998

Bezug der neu errichteten Außenstelle Schweinfurt im Februar 1998.

 

2000

STATISTIK kommunal für die Gemeinden Bayerns als Nachfolgeveröffentlichung des bisherigen Statistischen Informationsdienstes. Erstmaliger Einsatz eines elektronischen Fragebogens im Rahmen der Verdiensterhebung.

 

2001

Gesetz über den Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnik in der Öffentlichen Verwaltung vom 24.12.2001 (IuK-Gesetz, GVBl 2001 S. 975) tritt am 1.1.2002 in Kraft.

 

2002

Verabschiedung von Präsident Wolfgang Kupfahl am 27.2.2002 in den Ruhe­stand. Bestellung von Vizepräsident Dr. Peter Bauer (geb. 1943) zum Nachfolger. Ernennung zum Präsidenten des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung zum 1.9.2002.

 

2003

Einrichtung des Forschungsdatenzentrums der Länder am 1.4.2003 zur Verbesserung des Datenzugangs der Wissenschaft.

 

2006

Einrichtung des Rechenzentrums Süd beim Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung gemäß Ministerratsbeschluss vom 7.3.2006.

 

2008

Verabschiedung von Präsident Dr. Peter Bauer in den Ruhestand und 200-Jahr-Feier der amtlichen Statistik Bayerns am 9.4.2008.
Bestellung von Karlheinz Anding zum Nachfolger.

 

2010

Gründung der Außenstelle Fürth am 01.06.2010

 

2012

Einzug in das ehemalige Siemensgebäude in der St.-Martin-Straße in München, das jetzige Amtsgebäude

 

2013

Verabschiedung am Jahresende von Präsident Karlheinz Anding in den Ruhestand

 

2014

Frau Marion Frisch wird mit Jahresbeginn neue Präsidentin

Der Bereich IuK/Rechenzentrum Süd wird zum 01.01.2014 aus dem Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung herausgelöst und in das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV) als IT-Dienstleistungszentrum des Freistaats Bayern (IT-DLZ Bayern) integriert.

 

2015

Änderung des Amtsnamens zum 1. Juni in "Bayerisches Landesamt für Statistik"

 

2016

Die Dienstelle Fürth wird offizieller Hauptsitz des Landesamts

 

2017

Herr Dr. Thomas Gößl wird im Februar neuer Präsident

 

Anmerkung: Die Daten "Zur Geschichte der amtlichen Statistik in Bayern" wurden überwiegend in Originalquellen aus der jeweiligen Zeit recherchiert. Diese befinden sich größtenteils im Besitz der Bibliothek des Landesamts, der Bayerischen Staatsbibliothek und des Bayerischen Hauptstaatsarchivs.
Eine ausführliche Literaturliste mit Fundstellen kann im Landesamt eingesehen werden.