Pressemitteilung

251/2023/54/K
Fürth, den 18. September 2023

Zahl der in Bayern in der Prostitution tätigen Personen zum Jahresende 2022 gestiegen

Prostituiertenschutzgesetz in Bayern aus dem Jahr 2017 regelt Meldepflicht

Seit Inkrafttreten des Prostituiertenschutzgesetzes (ProstSchG) und der entsprechenden Statistikverordnung (ProstStatV) werden Daten zu den in der Prostitution tätigen Personen und zum Prostitutionsgewerbe erhoben. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, sind zum 31. Dezember 2022 in Bayern insgesamt 4 508 tätige Personen und 423 Gewerbe gemeldet. Verglichen mit dem Vorjahr (4 019 tätige Personen) entspricht das einer Zunahme von 12,2 Prozent. Die Zahl der Gewerbe nahm zum Jahresende um 6,4 Prozent auf 423 ab (2021: 452). Im Vergleich zum Jahr vor der Coronapandemie liegen die Ergebnisse darunter.

Fürth/Schweinfurt. Mit Einführung des Prostituiertenschutzgesetzes zum 01.07.2017 besteht für Prostituierte und Betreiber eines Prostitutionsgewerbes eine Meldepflicht bei der zuständigen Behörde.

Ziel des Gesetzes ist die Verbesserung der Situation für die tätigen Personen durch Stärkung ihres Selbstbestimmungsrechts und Gewährleistung eines besseren Schutzes vor Ausbeutung, Zuhälterei, Gewalt und Menschenhandel. Die gesetzliche Grundlage dient zugleich dazu, die ordnungsrechtlichen Instrumente zur Überwachung des Prostitutionsgewerbes zu verbessern und gefährliche Erscheinungsformen des Prostitutionsgewerbes zu reduzieren.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, waren Ende 2022 in Bayern insgesamt 4 508 tätige Personen gemeldet. Verglichen mit dem Jahr 2021 (4 019 tätige Personen) entspricht das einer Zunahme von 12,2 Prozent. Die Zahl der angemeldeten Prostituierten am Jahresende 2022 liegt weiterhin deutlich unter der Zahl am Jahresende 2019 vor der Coronapandemie (8 149 tätige Personen). Über ein Drittel (35,4 Prozent bzw. 1 594 Personen) der 4 508 gemeldeten Personen wurde in der Stadt München registriert.

Der Großteil der Beschäftigten hat im Betrachtungsjahr eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit (3 917 Personen bzw. 86,9 Prozent), 591 (13,1 Prozent) eine deutsche. Am häufigsten haben tätige Personen eine rumänische Staatsbürgerschaft
(1 873 Personen bzw. 41,5 Prozent aller tätigen Personen). 157 angemeldete Personen waren im Alter von 18 bis unter 21 Jahren (3,5 Prozent). 3 436 Personen waren im Alter von 21 bis unter 45 Jahren (76,2 Prozent) und 915 waren 45 Jahre oder älter (20,3 Prozent).

Die Zahl der Gewerbe nimmt zum Jahresende 2022 um 6,4 Prozent auf 423 ab (2021: 452). 119 der insgesamt 423 erfassten Prostitutionsgewerbe (28,1 Prozent) wurden von der Stadt München und 75 (17,7 Prozent) von der Stadt Nürnberg gemeldet. Ende des Jahres 2019 wurden insgesamt noch 517 Prostitutionsgewerbe gezählt.

Hinweis:

Regionalisierte Zahlen stehen zur Verfügung.

Weitere regionalisierte Zahlen sowie eine Aktualisierung der GENESIS-Tabellen sind nach der länderübergreifenden Geheimhaltung im Verbund durch das StBA für das Berichtsjahr 2022 in GENESIS Online (EVAS-Nr. 22821/22831) bereits verfügbar.