Bibliothek des Bayerischen Landesamts für Statistik

Seit 1850 existiert die Bibliothek des Bayerischen Landesamts für Statistik und ist damit die älteste statistische Fachbibliothek Deutschlands. Mit ihrem Bestand von etwa 120 000 Bänden und 120 Fachzeitschriften ist sie außerdem die zweitgrößte statistische Spezialbibliothek Deutschlands nach der des Statistischen Bundesamtes. Mit rund 3 000 Regalmetern erreichen die Werke – aufeinandergestapelt – sogar den Gipfel der Zugspitze!

Gesellschaft einst und heute

Die statistischen Publikationen beschreiben das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in Zahlen und sind zugleich ein Spiegel der Zeitgeschichte.

Wesentliche Themen sind Bevölkerung, Gesundheit, Bildung, Rechtspflege, Wahlen, Erwerbstätigkeit, Land- und Forstwirtschaft, Unternehmen, produzierendes Gewerbe, Bautätigkeit, Wohnungswesen, Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Bankenwesen, Sozialwesen, öffentliche Finanzen, Preise, Löhne und Gehälter. Hierzu bietet die Bibliothek eine große Bandbreite an Publikationen aus dem In- und Ausland:

  • Historische Statistiken seit dem 19. Jahrhundert
  • Einschlägige Quellenwerke der amtlichen Statistik
  • Statistiken anderer nicht-amtlicher Institutionen
  • Literatur zu statistischen Methoden
  • Historische Gesetzestexte
  • Adress- und Orts- bzw. Gemeindeverzeichnisse
  • Landeskundliche Veröffentlichungen
  • Standardwerke der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
  • Literatur zur Informations- und Kommunikations­technik
  • Zeitschriften zu Statistik, Wirtschaftswissenschaften, Verwaltungsrecht und IT

Statistische Kostbarkeiten

Bibliothek

Eine Fundgrube statistischer Kostbarkeiten ist die Sammlung von etwa 12 000 Werken des 19. Jahrhunderts. Glanzstücke sind eine in Seide ausgelegte Prachtmappe mit statistischen Tabellen aus dem Jahr 1833 sowie ein Kartenband von 1880 mit Kartogrammen und Diagrammen zum damaligen Königreich Bayern. Das älteste Buch der Bibliothek stammt von 1775. „Bestseller“ sind die 38 Bände der handgeschriebenen bayerischen Ortskataster von 1840 und 1852.

Aufgrund weltweiter Tauschbeziehungen, die beim ersten internationalen statistischen Kongress 1853 in Brüssel vereinbart wurden, besitzt die Bibliothek unter anderem Bände zum spanischen Zensus 1857 sowie zur Volkszählung der USA von 1850.

Auf das Jahr 1855 datiert der erste systematische Katalog zu den damals vorhandenen 481 Büchern, von denen heute noch etwa die Hälfte existiert.

Viele der im 19. Jahrhundert gegründeten Reihen bestehen bis heute fort und sind besonders für Chronisten eine wichtige Informationsquelle. Hierzu gehören das „Statistische Jahrbuch für Bayern“ (seit 1894), die „Beiträge zur Statistik Bayerns“ (seit 1850) sowie die 1869 ins Leben gerufene „Zeitschrift des Königlich Bayerischen Statistischen Bureau“, die heute unter dem Namen „Bayern in Zahlen“ monatlich erscheint.

Offen für Alle

Offen ist die Bibliothek für Alle, die sich für statistische Daten aus Vergangenheit und Gegenwart interessieren. Vor allem historisch Forschende, Schülerinnen und Schüler, Studierende, Hochschulangehörige und Angehörige anderer wissenschaftlicher Institutionen und Behörden nutzen das Zahlenmaterial. Sogar aus ganz Europa und Übersee kommen Gäste in die Bibliothek.

Ein Großteil des Bestandes ist über den Online-Bibliothekskatalog (OPAC) weltweit recherchierbar. Zugriff auf den OPAC erhalten Sie unter dem Link „Online Katalog der Behördenbibliotheken“. Vor Ort erleichtert eine kompetente Beratung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bibliothek die Literaturrecherche. Jedes Medium der Präsenzbibliothek ist sofort verfügbar. Ein Leseraum mit Kopiermöglichkeit bietet Platz zum Arbeiten.

Die Nutzung der Bibliothek ist kostenlos. Anfragen werden gerne per E-Mail, Telefon, Fax oder Post ent­gegengenommen. Für sehr umfangreiche Recherche-Aufträge können Kosten anfallen. Auf Anfragen finden individuelle Führungen für Besuchergruppen statt.

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